Belastung durch Tierallergene in der Veterinärmedizin

Projekt-Nr. IPA 109

Status:

laufend

Zielsetzung:

Allergien sind komplexe Erkrankungen, an denen etwa 20 % der Bevölkerung leiden mit steigender Tendenz. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass in Deutschland von den 14-17-Jährigen rund 7 % an einem Asthma bronchiale erkrankt sind, 16-20 % an einer allergischen Rhinitis und 11-15 % an einem atopischen Ekzem, 7-21 % an einem allergischen Kontaktekzem und über 40 % eine allergische Sensibilisierung aufweisen. Es wird prognostiziert, dass bald jeder zweite von einer Allergie betroffen sein wird. Somit kann man davon ausgehen, dass immer mehr Berufseinsteiger eine allergische Prädisposition mitbringen und ihre Ausbildung bzw. ihr Studium auch in Bereichen beginnen werden, die ein erhöhtes Sensibilisierungsrisiko mit sich bringen. Hierzu gehört auch die Veterinärmedizin mit vielfältigen und unterschiedlichen Expositionen. Ziel des Projektes ist die Erfassung und Bewertung des Einflusses der komplexen Belastungssituation durch die Vielfalt von Tierallergen sowie der mikrobiellen Bestandteile der Belastung durch Bioaerosole auf die Entwicklung von Sensibilisierungen und allergischen Beschwerden bei Studierenden der Veterinärmedizin und Berufsanfängern in der Tierhaltung und -pflege im Rahmen einer Längsschnittstudie in Deutschland.

Aktivitäten/Methoden:

Insbesondere Längsschnittstudien mit Berufsanfänger bzw. Erstsemestern als Berufseinsteiger sind geeignet, um substanzielle Aussagen zum Risiko der Entstehung von berufsbedingten Atemwegserkrankungen zu machen, da sich in den ersten 2 bis 3 Jahren nach Beginn der ersten Allergenexposition die höchste Inzidenz für die Entstehung von arbeitsplatzbezogenen Beschwerden zeigt. Dieser Zeitraum von mindestens 5 Jahren findet als Untersuchungsfenster im Rahmen dieser Studie bei den Studienanfängern des Bereiches Veterinärmedizin besondere Beachtung. Das Studienkollektiv soll circa 400 Erstsemester (Rekrutierung von jeweils 200 im WS 2013/14 und 2014/15) des Fachbereichs Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen umfassen. Neben der Eingangsuntersuchung, die einen umfangreichen Fragebogen zur Erfassung der bisherigen Erkrankungen und auch der häuslichen/privaten Exposition beinhaltet, und eine medizinische Untersuchung zur Dokumentation des Gesundheitszustandes der Studienanfänger vor dem Beginn der ersten Exposition im Studium, sollen die Studienteilnehmer im Laufe ihres Studiums und ggf. darüber hinaus einmal pro Jahr medizinisch untersucht werden. Begleitend ist eine umfangreiche und individuelle Expositionserfassung geplant.

Stand:

27.12.2016

Projekt

Gefördert durch:
  • Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
Projektdurchführung:
  • Institute for Risk Assessment Sciences (IRAS), Laboratory of Immunogenetics and Allergology CRP-Santé
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren, Biologische Arbeitsstoffe

Schlagworte:

Allergisierende Stoffe, Biologische Arbeitsstoffe

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Berufsanfänger, arbeitsbedingte Erkrankungen, allergisierende Stoffe, Umgang mit Tieren

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