MEGAPHYS - Mehrstufige Gefährdungsanalyse physischer Belastungen am Arbeitsplatz

Projekt-Nr. IFA 4201

Status:

laufend

Zielsetzung:

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) haben eine Kooperation zur Weiterentwicklung der Gefährdungsbeurteilungen bei physischen Belastungen beschlossen. Ziel des gemeinsamen Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines umfassenden Methodeninventars zur Durchführung der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung bei physischen Belastungen durch manuelle Lastenhandhabung, repetitive Arbeitsprozesse, kraftbetonte Tätigkeiten, Zwangshaltungen und bewegungsintensive Tätigkeiten sowie kombinierte Belastungen bei Mischarbeit. Das Forschungsprojekt beinhaltet insbesondere die Herausarbeitung wissenschaftlich fundierter Bewertungsmaßstäbe und die Entwicklung eines abgestimmten Methodeninventars mit verschiedenen Differenzierungsstufen der Gefährdungsbeurteilung (Spezielles Screening, Experten-Screening, Messtechnische Analyse). Zur Weiterentwicklung der Methoden kooperieren Experten aus den Bereichen Arbeitswissenschaft, Arbeitsmedizin, Biomechanik, Ergonomie und Arbeitsphysiologie.

Aktivitäten/Methoden:

Das Gemeinschaftsvorhaben gliedert sich in sieben Arbeitspakete (AP): Als Grundlage für die anstehenden Untersuchungen dienen eine eingehende Literaturrecherche zu vorhandenen Analyse-, Bewertungs- und Beurteilungsverfahren (AP 1) sowie eine Zustandsanalyse des Vorkommens physischer Belastungen in der Arbeitswelt (AP 2). Darauf aufbauend sollen Vorentwürfe für Bewertungsmodelle zu unterschiedlichen Risikofaktoren (z. B. Heben, Tragen, Ziehen oder Schieben von Lasten, Repetition, Kraftaufwendung), Zielorganen (z. B. Rücken, obere und untere Extremitäten), Zielgruppen (z. B. Unternehmer, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Wissenschaftler) und Komplexitätsgraden (z. B. einfaches Screening, messtechnische Analyse) abgeleitet werden (AP 3). Nach Erprobung der Methoden-Vorentwürfe in der betrieblichen Praxis durch verschiedene Anwendergruppen (z. B. Sicherheitsfachkraft, Meister; AP 4) sollen diese verbessert und in ca. 50 Unternehmen zur iterativen Evaluation angewendet werden (AP 5). Als Ergebnis dieses Arbeitspakets wird ein komplettes Methodeninventar für alle Bewertungsebenen angestrebt, das anhand der Ergebnisse von weiteren Praxis-Einsätzen der Screening-Verfahren und parallel durchgeführten Messungen gegebenenfalls in einzelnen Faktoren revidiert und nachevaluiert werden kann (AP 6). Abschließend sollen die Ergebnisse zusammengefasst, dokumentiert und gewertet werden (AP 7). Das IFA ist bis auf AP 2 an allen Arbeitspaketen maßgeblich beteiligt und wird zusammen mit der BAuA die Organisation des Projekts und die Koordination der einzelnen Forschungspartner übernehmen. Der Fokus der Methodenentwicklung wird für das IFA insbesondere im Bereich der messtechnischen Analyse liegen: Geplant sind hierbei ca. 120 betriebliche Messungen, die u. a. Messungen von Körperhaltungen und -bewegungen (CUELA), Muskelaktivität (Elektromyographie, EMG) und Kraftaufwand (Kraftgriffe) beinhalten sowie die Entwicklung von standardisierten Messprotokollen für die untersuchten Messparameter.

Stand:

30.08.2013

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
  • Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie (ASER), Wuppertal
  • Institut für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt (IAD)
  • Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo)
  • ARBMEDERGO, Hamburg
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren, Handhabung von Lasten, Mehrfachbelastungen

Schlagworte:

Gefährdungsbeurteilung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Physische Belastungen, Gefährdungsbeurteilung, Methodeninventar