Arbeitsschutz bei der Standardisierung von Schiffsschleusen mithilfe virtueller Realität

Projekt-Nr. IFA 5135

Status:

laufend

Zielsetzung:

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) lässt durch die Standardisierungskommission standardisierte Objekte für Schleusen an den Bundeswasserstraßen in der Expertengruppe "Schleusen im Binnenverkehr" entwickeln. Dadurch sollen Kosten reduziert, Effizienz und Qualität gesteigert und schließlich Neubau, Betrieb und Unterhaltung strukturiert werden. Der Arbeitsschutz wird in die Objekt-Standardisierung möglichst früh einbezogen, um Anforderungen aus der Maschinen-, Baustellen- und Arbeitsstättenverordnung bereits präventiv berücksichtigen zu können. Dieses Ziel geht über eine alleinige Bewertung von technischen und funktionalen Sicherheitsanforderungen an standardisierte Objekte hinaus. Es sollen praktikable Maßnahmen generiert und umgesetzt werden, die Anforderungen sowohl des Arbeitsschutzes als auch der Standardisierung an Schiffsschleusen genügen.

Mithilfe von Simulationstechniken wie z. B. virtueller Realität (VR) sollen Gebrauchstauglichkeit und Sicherheit der einzelnen standardisierten Objekte, ihr Zusammenwirken in einer Schiffsschleuse als Maschine und in ihrem Nutzungskontext untersucht werden. Im Auftrag der Unfallversicherung Bund und Bahn (UVB) arbeitet das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) dabei eng mit der Prävention der UVB, der Expertengruppe "Schleusen im Binnenbereich", dem Wasserstraßenneubauamt (WNA) Datteln und der Fachstelle der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung für Verkehrstechniken (FVT) zusammen.

Aktivitäten/Methoden:

Mit einer Literaturrecherche werden Anforderungen des Arbeitsschutzes in der Standardisierung von Schleusen zusammengestellt. Anschließend wird ein VR-Modell entwickelt:

  • Vorhandene Planungsdaten standardisierter Objekte für z. B. Füll- und Entleerungssysteme, Tore, Antriebe, Steuerungstechnik, Ausrüstung und Zubehör werden als Basis genutzt und bei Bedarf ergänzt. Die Objekte werden für die Modellierung aufbereitet, mit Funktionalitäten versehen und in ein dynamisches VR-Modell integriert.
  • Das VR-Modell wird so angelegt, dass es den Neubau der Schleuse Gleesen des Dortmund-Ems-Kanals mit einer Vielzahl standardisierter Objekte als auch Varianten einer Standardschleuse abbilden kann.
  • Ablaufpläne von Simulationsszenarien werden für unterschiedliche Betriebszustände (z. B. Normalbetrieb), Tätigkeiten (z. B. Inspektion) und Nutzungskontexte (z. B. Kranaushub eines Torsegments) analysiert, dokumentiert und in das VR-Modell eingearbeitet.
  • Dem VR-Modell wird eine Steuerung für alle Anwendungen aufgesetzt.
  • Auf Erfahrungen aus dem Projekt zur IFA5122 "Risikobeurteilung geplanter Schiffsschleusen in virtueller Realität" kann aufgebaut werden. Die Entwicklung des VR-Modells wird evaluiert, bevor damit Arbeitsschutzanforderungen beurteilt und umgesetzt werden. Das IFA ist mit den Kooperationspartnern in alle Phasen des Projekts eingebunden.

Stand:

29.05.2015

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • Expertengruppe "Schleusen im Binnenverkehr" der Expertenkommission des BMVI
  • Wasserstraßenneubauamt (WNA) Datteln
  • Fachstelle der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung für Verkehrstechniken (FVT)
  • Unfallversicherung Bund und Bahn (UVB)
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Gefährdungsübergreifende Fragestellungen, Gestaltung von Arbeit und Technik, ungünstige Arbeitsumgebung

Schlagworte:

Mensch-Maschine-Schnittstelle, Maschinensicherheit, Technikgestaltung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Virtuelle Realität, Schleuse, Standardisierung, Risikobeurteilung, Gefährdungsbeurteilung, Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan, Risikoanalyse, Gefahrenanalyse, Maschine, Schiff, Gefahrstellen, Evaluation, Usability, Human Factors, Ergonomie, Mensch-Maschine-Schnittstelle, Mensch-System-Interaktion, Design-Review

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