Erfolgsfaktoren "Zero Accident Vision (ZAV)" aus Unternehmen in Deutschland

Projekt-Nr. IFA 5130

Status:

laufend

Zielsetzung:

Die "Vision Zero" wird international seit langem als eine Strategie zur Vermeidung von Unfällen verfolgt. Neben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), die die "Vision Zero" seit 2008 in ihren Präventionsgrundsätzen verankert hat, sind auch andere europäische Arbeitsschutzorganisationen bei der Umsetzung einer "Zero Accident Vision" (ZAV) mit verschiedenen Maßnahmen aktiv. Dabei geht es einerseits um die Vermittlung eines Verständnisses dafür, dass alle Unfälle verhütet werden können. Andererseits geht es um die Motivation, Unfallverhütung als ein Ziel mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln präventiv umzusetzen. Nach Unfallstatistiken hat sich die Anzahl von Unfällen über die vergangenen Jahre tendenziell verringert und aus der Literatur ergeben sich Hinweise darauf, dass ein Streben nach einer ZAV dazu hilfreich beitragen konnte. Allerdings ist die Wirksamkeit von Maßnahmen in Unternehmen, die sich einer ZAV verpflichtet fühlen, in ihrer Ursache-Wirkungs-Kette schwierig nachweisbar und wird als wenig konsistent interpretiert. Möglichkeiten zur Übertragung auf ähnliche oder andere Arbeitssituationen erscheinen begrenzt. Mit dem Ziel diese Ausgangslage zu verbessern, fördert die DGUV ein Forschungsprojekt von Arbeitsschutzorganisationen aus sechs EU-Ländern. Das Projekt wird von TNO (Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek, NL) koordiniert und dient der Identifikation von FF-FP0352 : The success factors for the implementation of the Zero Accident Vision. Das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) wurde gebeten, dem Forschungsprojekt von deutscher Seite aus zuzuarbeiten und es so zu unterstützen, dass bei den Analysen der europäischen Daten auch potenzielle Erfolgsfaktoren aus Unternehmen in Deutschland identifiziert und einbezogen werden können.

Aktivitäten/Methoden:

Die Aktivitäten und Methoden des IFA sind eingebettet in die Struktur des übergeordneten Verbundprojekts der DGUV-Forschungsförderung. Sie beschränken sich auf Zuarbeiten zu einem dort vollständig dokumentierten und systematischen Vorgehen. In einem ersten Projektabschnitt sollen potenzielle Erfolgsfaktoren einer ZAV aus Unternehmen in verschiedenen europäischen Ländern mithilfe eines Fragebogens erhoben werden. Solche Erfolgsfaktoren werden in betrieblichen Aktionsfeldern zur Kommunikation der ZAV, zur Entwicklung einer Sicherheitskultur und zum Lernen aus Unfällen und Ereignissen gesucht. Auf diese Aktionsfelder beziehen sich dann Fragen, wie z. B. inwieweit werden sicherheitsbezogene Ziele klar kommuniziert, inwieweit werden an Unfällen beteiligte Mitarbeiter fair behandelt, inwieweit ist man auf unvorhergesehene Vorfälle vorbereitet? Ein vom Englischen ins Deutsche übersetzter Fragebogen mit Begleitschreiben vom IFA überprüft die Übereinstimmung mit der Originalversion und ist im Abstimmungsprozess mit dem europäischen Projektkonsortium. Zur Durchführung dieses Teils der Studie sind vom IFA vier Unternehmen in Deutschland zu akquirieren, die sich ZAV verpflichtet fühlen und sich zunächst mit einer Beantwortung von jeweils 100 Fragebogen an den Untersuchungen beteiligen möchten. Mithilfe der Umsetzung als Online-Befragung soll es möglich sein, die Antworten aus den Fragebogen in die europäische Stichprobe weiterzuleiten. Das IFA soll sich für die Unternehmen und das europäische Konsortium als Ansprechpartner zur Verfügung stellen. Nach der Auswertung der Fragebogen und der Identifikation von Schlüsselfaktoren durch das europäische Konsortium werden Auswertungen für Deutschland mit dem IFA diskutiert.

Ein zweiter Projektabschnitt baut auf die bisher ermittelten Ergebnisse und identifizierten Schlüsselfaktoren für den Erfolg von ZAV auf. Interviewleitfäden werden vom Konsortium entwickelt, die wiederum vom IFA vom Englischen ins Deutsch zu übertragen sind. Das IFA soll dann 12 Telefon-Interviews in denselben vier Unternehmen zu ZAV und damit verbundenen Konzepten (ZAV-Kommunikation, Sicherheitskultur, Lernen aus Ereignissen) durchführen. Darüber hinaus wird mit Vertretern derselben vier Unternehmen ein Workshop im IFA veranstaltet, zu dem die Inhalte aus den Fragebogen und den Interviews ausgetauscht und diskutiert werden sollen. Die Ergebnisse aus den Interviews und dem Workshop werden dokumentiert, übersetzt und zusammengefasst, um damit dem europäischen Konsortium für eine weitere Datenintegration zuzuarbeiten. Das IFA soll darüber hinaus durch die Klärung offener Fragen, abschließende Diskussionen und Veranstaltungen mit dem Konsortium zur erfolgreichen Durchführung des Projekts beitragen.

Stand:

18.07.2014

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • TNO, Safe & Healthy Business
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

-Verschiedenes-

Schlagworte:

Unfallverhütung, Prävention, Evaluation

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Unfallverhütung, Zero Accident Vision, Erfolgsfaktoren, Evaluation, Sicherheitskultur, Lernen

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