Messung der UV-Bestrahlung von Beschäftigten bei Tätigkeiten im Freien mit GENESIS-UV

Projekt-Nr. IFA 4227

Status:

laufend

Zielsetzung:

Beschäftigte sind bei Ihren Tätigkeiten im Freien solarer UV-Strahlung ausgesetzt. In Deutschland geht man davon aus, dass etwa zwei bis drei Millionen Beschäftigte zu mehr als 75 % ihrer Arbeitszeit im Freien tätig sind. Bei dieser Definition eines „Outdoor-Workers“ handelt es sich um eine beliebige Festlegung. Auch unterhalb dieser willkürlich festgelegten Schwelle sind die Beschäftigten zum Teil erheblicher Bestrahlung ausgesetzt. UV-Strahlung kann Hautkrebs auslösen. Obgleich die Internationale Agentur für die Krebsforschung (International Agency for Research on Cancer, IARC) UV-Strahlung als Klasse-1-Karzinogen eingestuft hat, ist der durch UV-Strahlung induzierte Hautkrebs dennoch ein seit Jahren vernachlässigtes Risiko in der Wahrnehmung der Beschäftigen und entsprechend in der Prävention. Ebenso liegen keine differenzierten, belastbaren Expositionsdaten für eine Beurteilung vor, ob eine Erkrankung beruflich verursacht ist oder nicht. Die Kriterien, die eine retrospektive Beurteilung von UV-Expositionen von Versicherten erlauben, wurden in einem Arbeitskreis der UV-Träger unter Federführung des IFA erarbeitet. Ziel des Projekts ist die Durchführung von Messkampagnen mit dem Ziel, die berufliche UV-Strahlungsexposition von Beschäftigten während ihrer Arbeitszeit im Freien zu ermitteln. Da diese Frage sowohl in Europa, als auch der Welt von großem Interesse ist, werden Kooperationen mit ausländischen Partnern zudem angestrebt.

Aktivitäten/Methoden:

Im Rahmen des IFA-Projekts 4207:" Messkampagne mit GENESIS-UV: UV-Bestrahlung bei Tätigkeiten im Freien" wurde das Messsystem GENESIS entwickelt, mit dem dezentrale Langzeitmessungen durchgeführt werden können. Mit der Anwendung als GENESIS-UV wird das Projekt in Zusammenarbeit mit den UV-Trägern angegangen. Als Messgerät dient ein elektronisches Datenlogger-Dosimeter, das UV-Bestrahlung, Beschleunigung (zur Validität der Messung) und Magnetfeldstärke (zur Ermittlung der Ausrichtung des Dosimeters zur Sonne hin) messen kann. Jährlich sollen bis zu 300 Probanden mit Einheiten des Messsystems GENESIS-UV ausgestattet werden. Diese Probanden werden von den UV-Trägern ausgewählt und rekrutiert. Jeder Proband trägt das Dosimeter vom 1. April bis zum 31. Oktober eines Jahres während seiner Arbeitszeit. Die Datentaktung beträgt für alle Parameter eine Messung pro Sekunde. Von 2014 bis 2018 sind fünf Messkampagnen geplant. Es ist den UV-Trägern freigestellt, von den Probanden das Führen eines schriftlichen Tagebuches zur Dokumentation der Tätigkeiten zu verlangen. Ab der Messsaison 2016 wird es ein elektronisches Tagebuch im GENESIS-Client geben, welches dann mit berufsspezifischen Profilen vorbelegt ist. Somit kann jeder Proband für jeden Tag vermerken, welche der maximal fünf beruflichen Tätigkeiten zu welcher Zeit ausgeführt wurde. Die Steuerung des Projekts erfolgt über ein Messpaten-System. Der Projektleitung steht bei jedem teilnehmenden UV-Träger ein Ansprechpartner zur Verfügung, der dann alle z. B. mithilfe eines Multiplikatorennetzwerkes in den Regionen leitet.

Stand:

20.03.2017

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
  • UV-übergreifend
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • UV-übergreifend
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Strahlung

Schlagworte:

Berufskrankheit, Exposition, Strahlung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

GENESIS-UV, Messsystem, elektronisches Dosimeter, UV-Bestrahlung, Expositionskataster

Kontakt

Weitere Informationen

www.dguv.de/genesis