Aufbau eines Messwertkatasters arbeitsbezogener Belastungen der oberen Extremität

Projekt-Nr. IFA 4212

Status:

laufend

Zielsetzung:

Diagnosen aus dem Bereich der Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) liegen Krankschreibungen zugrunde, die über Jahrzehnte hinweg etwa ein Viertel der Arbeitsunfähigkeitstage verursachen. Diese Beschwerden und Erkrankungen betreffen neben der unteren Wirbelsäule und der Beine insbesondere auch die obere Extremität.

Als arbeitsbezogene physische Belastungen, die in unterschiedlicher Ausprägung zu MSE der oberen Extremität (MSE-OE) führen können, gelten Repetition (fortgesetzte, wiederholte, gleichförmige Bewegungen oder Muskelkontraktionen) und statische Haltungen, der Kraftaufwand der Hände (z. B. Greifkraft) sowie die Einwirkung von Hand-Arm-Schwingungen (Hand-Arm-Vibration = HAV). Diese Belastungen kommen in den verschiedensten Berufen und Branchen mit manuellen Arbeitsprozessen vor, sodass die Erhebung von Belastungs- und die Ableitung von Risikoprofilen die Untersuchung der konkret ausgeübten Tätigkeit erfordert. Wenngleich die genannten Belastungsfaktoren wissenschaftlich anerkannt sind, fehlen weiterhin einheitliche und vor allem quantifizierende Erhebungsverfahren, die Vergleichbarkeit zwischen den Belastungsprofilen untersuchter Tätigkeiten herstellen und damit die Grundlage zu einer fundierten Kategorisierung in Risikogruppen bilden.

Ziel dieses Projektes ist es, basierend auf den Erfahrungen zum Aufbau eines Carpaltunnel-Syndrom (CTS)-Messwertkatasters - sowohl vor dem Hintergrund von Berufskrankheiten als auch der Prävention von MSE der oberen Extremität allgemein - weitere Messparameter für die Erhebung von Belastungsprofilen und Verfahren für die Ableitung von Risikoprofilen zu erarbeiten und das Messwertkataster in die Anamesesoftware einzubinden.

Aktivitäten/Methoden:

Vergleichbar zu der Vorgehensweise beim Aufbau des CTS-Messwertkatasters (s. Projekt IFA-4189) werden aus der arbeitswissenschaftlichen Literatur sowohl geeignete Messparameter ermittelt als auch deren Bewertung abgeleitet. Zur Erfassung der Messparameter soll das CUELA-System (Computerunterstützte Erfassung und Langzeitanalyse von Belastungen des Muskel-Skelett-Systems), das um ein EMG-Modul (EMG = Elektromyografie) erweitert wurde, eingesetzt werden. Das für dieses Verfahren spezifisch entwickelte Messprotokoll soll weiter angewendet und für neue Anforderungen erweitert werden. Auf diese Weise können Messdaten gewonnen werden, die nach den exemplarisch durchgeführten Messungen im Projekt 4189, dem Ausbau des CTS-Messwertkatasters und dem Aufbau eines Messwertkatasters für arbeitsbezogene Belastungen der oberen Extremität dienen. Das Messwertkataster soll in die bestehende CTS-Anamnesesoftware eingebunden und den UVTen verfügbar gemacht werden. Weiterhin soll die Software in einem iterativen Prozess entsprechend angepasst und fortentwickelt werden.

Stand:

24.04.2014

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Schlagworte:

Muskel-Skelett-Erkrankungen (außer Krebserkrankungen)

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Muskel-Skelett-Erkrankungen der oberen Extremität, physische Belastung/Beanspruchung, Messwertkataster, Gefährdungsbeurteilung, Prävention

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