QualityNano - eine pan-europäische Verknüpfung zur Vereinheitlichung der Nanomaterialsicherheitsforschung

Projekt-Nr. IFA 3140

Status:

laufend

Zielsetzung:

Es herrscht seit Jahren eine Verunsicherung bezüglich der Gefahren, die von der Nanotechnologie ausgehen könnten. Zum Teil widersprüchliche Ergebnisse aus der Forschung tragen dazu bei, dass Nanomaterialien am Arbeitsplatz mit Angst begegnet wird. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass in der Forschung Nanomaterialien verwendet werden, die zum einen ungenügend beschrieben und zum anderen auf unterschiedliche Art und Weise untersucht werden. Dabei kann eine bestimmte Testsubstanz, z. B. Titandioxid, sehr unterschiedliche Eigenschaften (Größe, Form, Ummantelung etc.) aufweisen und einzelne Forschungsergebnisse können nicht für nanoskaliges Titandioxid im Allgemeinen aufgefasst werden. Genau dies ist z. B. bei Carbonnanoröhrchen passiert, die als steife Fasern ein asbestähnliches Gesundheitsrisiko darstellen können, als weiche Fäden allerdings in vielen Tests keinerlei negative Effekte aufzeigen.

Daraus erwächst eine Notwendigkeit, sich in der Forschung auf einige genauestens definierte Testsubstanzen zu einigen und deren Gesundheitsgefahren zu erforschen.

Genau dies ist das Ziel des QualityNano-Projektes. Es geht sogar darüberhinaus indem es auch den Austausch und die Vereinheitlichung der Testprotokolle ermöglichen soll. Ein drittes Vorhaben ist der Austausch von Forschern über die benutzten Mess- und Analysesysteme. Hier wird nicht nur den Projektteilnehmern, sondern allen Interessenten der Blick in Forschungseinrichtungen und ihre Labore gewährt - und das bei Übernahme der entstehenden Kosten.

Das IFA unterstützt dabei die Forschungseinrichtung in der Formulierung sicherheitstechnischer Empfehlungen und stellt in einem Unterauftrag den Nanoprüfstand des IGF für Besucher zur Verfügung.

Aktivitäten/Methoden:

QualityNano ermöglicht sowohl den Projektteilnehmer, als auch einer breiteren Masse den Zugang zu Dienstleistungen, um auf der Basis von guten Arbeitsweisen einen fundierten Dialog aller Interessensvertreter zu realisieren. Dabei möchte das Projekt durch seine Forschungsbündelungsaktivitäten proaktiv die (Weiter-)Entwicklung von qualitativ hochwertiger Forschung und Entwicklung weltweit vorantreiben und bewerben.

QualityNano wird dabei auch die Forschung bezüglich der Interaktionen in Lebewesen im nanoskaligen Bereich fördern, indem es mit neuen bzw. sich neu entwickelnden Forschungsgemeinschaften aus der Medizin und Biologie wie auch der Energie und Materialkunde zusammenarbeitet und die Entwicklung neuer (sichererer, verantwortungsvoller und wirtschaftlicher) Technologien forciert. Werbung, Integration, Entwicklung und Begünstigung der Interessensverbände für Nanosicherheit in Zusammenarbeit mit aktiven Forschungsinstitutionen der Nanomedizin, Nanodiagnostik und andere vergleichbaren Einrichtungen.

Hierfür wird eine Nutzerumgebung geschaffen, welche die Bedürfnisse der Anwender widerspiegelt und dabei die zukünftige Entwicklung und das Potenzial der Interaktion zwischen Nanotechnologie und Lebewesen im Blick hat.

Auch eine gefestigte Plattform, in der die Ergebnisse einzelner Projektteilnehmer oder anderer zu Daten verarbeitet und einvernehmlich zwischen den verschiedenen Interessensvertreter ausgetauscht werden können, wird eingerichtet.

Ergebnisse:

Ein Ergebnis soll die großflächige Weiterverbreitung der in QualityNano aufgezeigten Chancen und Ergebnisse bis zu den relevanten Interessenverbänden sein. Auch sollen standardisierte Testsubstanzen beschrieben werden, die von verschiedenen Forschungseinrichtungen benutzt werden können. Einheitliche Testprotokolle sollen zur Verfügung gestellt werden und zudem Empfehlungen und Schulungsmaterial zum sicheren Umgang mit Nanomaterialien bereit stehen.

Stand:

13.11.2014

Projekt

Gefördert durch:
  • Europäische Kommission – Generaldirektion – Forschung und Innovation (RTD)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • University College Dublin, National University of Ireland
  • Natural history museum
  • Institute of Occupational Medicine
  • JRC - Joint Research Centre - European Commission
  • Bundesinstitut für Risikobewertung
  • Karlsruher Institut für Technologie
  • Facultés Universitaires Notre-Dame de la Paix de Namur
  • Institut universitaire romand de Santé au Travail
  • University of Leeds
  • Norsk institutt for luftforskning
  • Helmholz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt GmbH
  • Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Asociación Centro de Investigación Cooperativa en Biomateriales
  • Uppsala Universitet
  • Catalan Institute of Nanotechnology
  • Stichting Dienst Landbouwkundig Onderzoek
  • WAGENINGEN UNIVERSITEIT Wageningen Universiteit
  • Tel Aviv University
  • Vlaamse instelling voor technologisch onderzoek N. V.
  • Slovenska zdravotnicka univerzita v Bratislave
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Gefahrstoffe

Schlagworte:

Exposition, Stäube, Fasern, Partikeln

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Wissenschaftliche Infrastruktur zur Beurteilung der Sicherheit von Nanomaterialien, Austausch von wissenschaftlich guter Arbeitsweisen und -Verfahren, Netzwerkaktivitäten (NA) und Bereitstellung transnationaler Zugänge (TA) zu Forschungseinrichtungen

Weitere Informationen