Kraft- und Flexibilitätstraining für den Rückenbereich mit Auszubildenden zur Prävention von Wirbelsäulenschäden und Rückenverletzungen - Modellvorhaben im Steinkohlenbergbau

Projekt-Nr. FFFF 0122

Status:

abgeschlossen 10/1996

Zielsetzung:

Die Aufnahme von WS-Erkrankungen durch Heben und Tragen in die Berufskrankheiten-Liste erfordert neue effektive Präventionsansätze; Rückenschulen und Wirbelsäulengymnastik werden diesem Anspruch nicht gerecht. Ziel: Prävention von WS-Erkrankungen durch Heben/Tragen

Aktivitäten/Methoden:

Prüfung der Hypothese, dass ein zeitlich befristetes Beweglichkeits- und Muskeltraining in Verbindung mit korrekter Ausführung von Heben und Tragen eine effektive und nachhaltige Prävention bewirken kann; Entwicklung von Trainingsmethoden und -programmen, Testverfahren (insbes. zur vergleichbaren Bewertung von Muskelkraft, Bewegungsverhalten und Körperhaltung), standardisierten Protokollen und Interviews; mit 70 Auszubildenden (in 5 Gruppen à 14) systematisches geräteunterstütztes Muskeltraining (Methode der wiederholten submaximalen Krafteinsätze) in 30 Einheiten zu 60 min in 3 Mon.; Anleitung zur "richtigen" Ausführung von arbeitsplatzspezifischen Hebe- und Tragevorgängen; arbeitsmedizinische, orthopädische (incl. NMR-CT), krankengymnastische und sportwissenschaftliche Untersuchungen vor, während und direkt sowie 6 Monate nach Training; interdisziplinäre wissenschaftliche Begutachtung und Bewertung der Ergebnisse (auch im Vergleich zu einer nicht trainierten Kontrollgruppe)

Ergebnisse:

Hochsignifikante Steigerung der Muskelkräfte (z.B. 48 % für Rumpfflexion bei Trainingsende); stark differenzierte Konservierung der Trainingsergebnisse nach 1/2 Jahr ohne gesicherte Erklärungsmodelle; wirbelsäulenschädliche Rumpf-Hebetechnik betrieben vorher über 50 %, nachher nur noch 10 % der Probanden: signifikante Verbesserung der Körperhaltung; Schlussfolgerungen: Die berufliche Belastung ist nicht geeignet, Muskelkraft-Zuwächse zu induzieren oder zu konservieren; Maßnahmen zur Muskelkraft-Steigerung bleiben wirkungslos ohne begleitende Entwicklung dauerhaften Problembewusstseins und Koordinierungsvermögens (Haltung, Bewegung); Kraft- Flexibilitätstraining mit Haltungs-/Bewegungsanleitung sollte in Ausbildungspläne/betriebliche Ausbildung integriert werden.

Stand:

02.08.2000

Projekt

Gefördert durch:
  • Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG)
Projektdurchführung:
  • Fakultät für Sportwissenschaften der Universität Bochum
  • Abteilung für Ergonomie der Ruhrkohle AG
  • Berufsgenossenschaftliche Krankenanstalten Bergmannsheil Bochum
  • Institut für Arbeitsphysiologie Dortmund
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Handhabung von Lasten

Schlagworte:

Heben und Tragen von Lasten, Prävention, Gesundheitsförderung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Steinkohle, Wirbelsäule