Teilhabe durch Mobilität - Zum Einfluss von Mobilität im Rollstuhl auf die Teilhabechancen von Menschen mit erworbener Querschnittslähmung

Projekt-Nr. FF-FR 0114

Status:

abgeschlossen 11/2010

Zielsetzung:

Das Projekt "Teilhabe durch Mobilität" verfolgte das Ziel den Einfluss von Bewegung und Sport auf die Lebensqualität, die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und eine erfolgreiche Rehabilitation bei Querschnittlähmung zu erfassen. Darüber hinaus wurde die Entwicklung eines standardisierten Assessmentinstruments zur objektiven Erfassung der Rollstuhlmobilität bei Querschnittlähmung angestrebt, welches zukünftig als Bewertungsverfahren zur Qualitätssicherung von Rehabilitationsmaßnahmen und zur Sicherung der Nachhaltigkeit des Rehabilitationserfolges bei Querschnittlähmung dienen kann.

Aktivitäten/Methoden:

Das Projekt gliederte sich in insgesamt drei Projektteile:
Im ersten Projektteil wurde eine retrospektive Fragebogenerhebung durchgeführt. Es wurden 1433 Personen aus Datenbanken des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses Hamburg und des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes angeschrieben.
Der zweite Projektteil beschäftigte sich mit der Entwicklung und Validierung eines Mobilitätstests für Rollstuhlnutzer mit einer Querschnittlähmung in einer Paraplegie- (17 Items)- und einer Tetraplegieversion (16 Items). Der Test wurde nach Entwicklungsabschluss in zehn Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingesetzt.
Im dritten Projektabschnitt wurden die Ergebnisse der Fragebogenerhebung anhand eines Längsschnitt- und Querschnittstudiendesigns überprüft.

Ergebnisse:

Kernergebnisse:
Die Rollstuhlmobilität zeigt sich als Voraussetzung für Menschen mit einer Querschnittlähmung an verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilzuhaben. Personen mit einer hohen Rollstuhlmobilität sind häufiger erwerbstätig, aktiv in ihrer Freizeit und im Sport.
Personen, die erwerbstätig sind, ihre Freizeit aktiv gestalten und Sport treiben beurteilen ihre subjektive gesundheitsbezogene Lebensqualität höher als Personen mit einem inaktiven Lebensstil.
Die Entwicklung und der Einsatz des AMR-Instruments hat sich im Laufe des Projekts als praktikabel, zuverlässig, valide und notwendig gezeigt. Es wird daher angestrebt, das ökonomische Verfahren auch zukünftig in weiteren Kliniken und zur Steuerung der bewegungs- und mobilitätsbezogenen Nachsorge anzuwenden.
Schlussfolgerungen:
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass eine frühzeitig einsetzende und überdauernd durchgeführte Förderung der Rollstuhlmobilität einen wesentlichen Erfolgsfaktor zur Teilhabe und Inklusion darstellt. Dies führt zu der Konsequenz, dass die Notwendigkeit zur Einbindung bewegungs- und sporttherapeutischer Maßnahmen in den Rehabilitationsprozess unabdingbar ist, um einen überdauernden Erfolg der Rehabilitation nach Erwerb einer Querschnittlähmung zu erreichen.

Stand:

01.09.2011

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Deutsche Sporthochschule Köln
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

-Verschiedenes-

Schlagworte:

Evaluation, Rehabilitation

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Mobilität, Querschnittlähmung

Weitere Informationen

Abschlussbericht (PDF, 21,1 MB)

Publikation (PDF, 2,7 MB)

T. Scheuer et al.: Sport bei Menschen mit Querschnittlähmung. Bewegungstherapie und Gesundheitssport 2009; 25: 195-200