Funktioneller Gewebeersatz mittels eines hämodynamisch stimulierten und in vivo vaskularisierten Bindegewebslappens

Projekt-Nr. FF-FR 0226

Status:

laufend

Zielsetzung:

Eine verlässliche und sichere Defektdeckung komplexer Wunden, mit Exposition kritischer Strukturen wie Knochen, Dura oder großen Gefäßen wird heutzutage über einen freien mikrochirurgischen Gewebetransfer ermöglicht. Diese freien Lappenplastiken sind jedoch mit einer Hebedefektmorbidität vergesellschaftet, wie z. B. den Verlust eines Muskels, Nervenverletzungen oder Narbenbildung. Ein weiterer Nachteil ist die limitierte Verfügbarkeit der möglichen Spenderregionen. Ziel dieser Studie ist die Generierung eines intrinsisch vaskularisierten Bindegewebslappens anhand einer arteriovenösen Gefäßschleife (AV Loop), welche in eine mit einer azellulären Matrix gefüllten subkutane Kammer im Rattenhinterlauf gelegt wird. Durch Interposition einer Vene zwischen einer ortsständigen Arterie und Vene wird durch den veränderten hämodynamischen Shuntfluss, der in dem AV Loop vorherrscht, ein dreidimensionales Gefäßnetzwerk erzeugt, aus dem im weiteren Verlauf Bindegewebszellen migrieren und einen bindegewebigen Lappen ausbilden. Dieser Lappen wird durch den AV Loop mit Blut versorgt und lässt sich an der großkalibrigen Gefäßachse als freie Lappenplastik mit nur minimalem Hebedefekt zur Defektdeckung mikrochirurgisch verpflanzen.

Aktivitäten/Methoden:

Zu Beginn sollen die Grundlagen der flussvermittelten Angiogenese, welche zu der Ausbildung der Gefäßnetzwerke führen, besser verstanden werden. Hierfür werden in Teilprojekt 1 allogene Veneninterponate, welche in allen Zellen Alkalische Phosphatase (AP) exprimieren, in Tiere verpflanzt, die keine AP-Expression aufweisen. Dadurch lässt sich feststellen, woher die neuen Gefäße stammen. In Teilprojekt 2 wird die Rolle von Connexin 43 (Cx43) untersucht werden, von dem es Hinweise in Vorversuchen gibt, dass es eine bedeutende Rolle in der flussvermittelten Angiogenese spielt. Hierfür wird ein Cx43 inhibierendes Peptid in die Kammer gegeben und die Veränderung in der Angiogenese detektiert. In Teilprojekt 3 wird evaluiert, mit welcher Matrix und zu welchem Entnahmezeitpunkt sich die größten und stabilsten Bindegewebslappen züchten lassen. Nach diesen vorbereitenden Versuchen wird in Teilprojekt 4 nach Züchtung des intrinsisch vaskularisierten Bindegewebslappens, dieser auf einen generierten Defekt mit freiliegender Skapula transferiert und mikrochirurgisch an die Halsgefäße der Ratte anastomosiert.

Stand:

25.03.2015

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • BG Unfallklinik Ludwigshafen
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

-Verschiedenes-

Schlagworte:

Rehabilitation

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Gewebeersatz, Hämodynamik, Vaskularisation, Bindegewebslappen