Lebenszyklusdatenerfassung für Persönliche Schutzausrüstung mit Auto-ID-Systemen

Projekt-Nr. FF-FP 0301

Status:

abgeschlossen 10/2012

Zielsetzung:

Verschiedene Gegenstände der Persönlichen Schutzausrichtung (PSA) liefern einen hohen Beitrag zur Verhinderung von Arbeitsunfällen. Dabei sind jedoch die zeit- und nutzungsabhängigen Eigenschaften von Leistungsmerkmalen der Persönlichen Schutzsausrüstung (PSA) von wesentlicher Bedeutung. Ziel des Forschungsprojektes war die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie zum Einsatz von Sensor-gestützten Auto-ID-Systemen zur Erfassung von Lebenszyklusdaten von PSA.
Auf Basis der durch das Lehr- und Forschungsgebiet Baubetrieb und Bauwirtschaft der Bergischen Universität Wuppertal erarbeiteten Vorkenntnisse wurde die RFID-Technik als probates AutoID-System zur Erfassung von sicherheitsrelevanten Lebenszyklusdaten von PSA identifiziert. Weiterhin Ziel des Forschungsvorhabens war eine mögliche Erfassung dieser Daten, wie beispielsweise UV-Strahlung bei Schweißerschutzmasken, Beschleunigung bei Industrieschutzhelmen oder Durchflussmengen von Filtersystemen, mittels mit RFID kombinierten Sensoren zu untersuchen.

Aktivitäten/Methoden:

Arbeitsprogramm:
a) Identifizierung von zeitabhängigen Leistungsmerkmalen von PSA-Gegenständen, die zur Beobachtung mithilfe von Auto-ID-Systemen geeignet sind
b) Identifizierung der jeweils geeigneten Auto-ID-Systeme
c) Identifizierung der jeweils geeigneten System-Komponenten
d) Bewertung der marktgerechten Umsetzbarkeit und Dokumentation der Ergebnisse
Es wurde versucht, diese technischen Ausrichtungen während der Projektlaufzeit mit der Erarbeitung einer Kennzeichnungs- und Klassifizierungsstruktur zu verknüpfen, welche als zwingend erforderliche Basis für eine mehrwertorientierte Verbindung der erfassten oder gespeicherten Daten mit einzelnen PSA-Produkten angesehen wird.

Ergebnisse:

Die Möglichkeit zur Erfassung von Lebenszyklusdaten mittels Sensor-RFID-Systemen konnte hierbei zwar grundlegend aufgezeigt werden, der aktuelle Stand der Technik in diesem Bereich sowie entsprechende monetäre Aspekte lassen eine zeitnahe Umsetzung in der Praxis allerdings nicht zu. Um dennoch vertiefende Erkenntnisse in diesem Bereich zu generieren, wurde die Testreihe zur Untersuchung von Beschleunigungseinflüssen auf Industrieschutzhelme mit einem marktreifen System vertieft.
Der weiterführende Fokus der Forschungsarbeiten richtete sich nunmehr auf die praxisrelevante Verwertbarkeit der Arbeiten. Hierzu wurden Langzeitstudien zum produktionsbegleitenden Transpondereinbau in Sicherheitsschuhe und deren Haltbarkeit durchgeführt, durch welche die grundlegende Machbarkeit einer Kennzeichnung mittels RFID exemplarisch belegt werden konnte. Nach zwölfmonatiger Testperiode unter realen Baustellenbedingungen verschiedener Tätigkeitsfelder des Hoch- und Tiefbaus wurde hierbei eine Ausfallquote von lediglich 0,83 % erreicht.
Zudem wurde ein ganzheitliches System konzeptioniert, um die Erfassung, den Austausch und die Pflege von sicherheitsrelevanten Daten von Schutznetzen, wie beispielsweise die in der BGR 179 geforderten Prüfung, mittels RFID zu unterstützen. Es wurde in diesem Zusammenhang ein Demonstrator entwickelt, der bei entsprechenden Veranstaltungen zur Veranschaulichung der praxisnahen Anwendbarkeit des Systems dient.
Ebenfalls fokussiert wurde die bereits einleitend erwähnte Erarbeitung der Kennzeichnungs- und Klassifizierungsstruktur für insgesamt acht PSA-Produktgruppen. Durch die enge Zusammenarbeit mit entsprechenden Herstellern und den Obmännern der jeweiligen Sachgebiete der DGUV konnten auch in diesem Bereich sowohl praxisnahe als auch umfassende Ergebnisse erzielt werden. Die Umsetzung durch die angestrebte Normung trägt hierbei mit dazu bei, die innerhalb dieses Forschungsprojektes erarbeiteten Ergebnisse in der Praxis umzusetzen.
Die Gesamtheit der Ergebnisse aus allen Teilbereichen gewährleistet hierbei durch die jeweilige Einbindung der an den entsprechenden Prozessen Beteiligten eine auf lange Sicht praxisrelevante Umsetzung der erarbeiteten Erkenntnisse. Im Hinblick auf einen konkreten Umsetzungs- und Verwertungsplan lässt sich festhalten, dass die angesprochenen Ergebnisse in Kombination mit dem innerhalb des vorangegangenen, ebenfalls durch die DGUV geförderten Forschungsprojektes Sicherheitstechnik mit RFID entwickelten PSA-Portals in einem Mischwerk der EUROVIA GmbH im Laufe des Jahres 2013 zum Einsatz kommen werden. Hierdurch kommen die entsprechenden Maßnahmen durch die Verbesserung der Sicherheit der Arbeit- beziehungsweise Versicherungsnehmer in einer Pilotumsetzung auch den Versicherern zu Gute.

Stand:

28.05.2013

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Bergische Universität Wuppertal
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

-Verschiedenes-

Schlagworte:

Persönliche Schutzausrüstung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Lebenszyklus, Persönlicher Schutzausrüstung (PSA), Auto-ID

Weitere Informationen