Führungsdefizite im Kontext mobiler Telearbeit und ihre Auswirkungen auf die psychische Fehlbelastungsstruktur der Mitarbeiter

Autorin: Lara Solms

Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Bachelorarbeit 2013

Kurzfassung: Mobile IT-gestützte Arbeit ist ein Tätigkeitssektor, der noch weitgehend unerforscht ist und gerade deshalb ein spannendes Feld für Forschungsfragen aus dem Bereich der Arbeitswissenschaften bietet. In Kooperation mit dem Institut für Arbeitsschutz der DGUV beleuchtet diese Arbeit mobiles Arbeiten aus arbeitspsychologischer und gesundheitspsychologischer Sicht. Vor allem die psychische Gesundheit mobil Beschäftigter ist ein zentrales Thema, dessen sich diese Arbeit annimmt.

Neben dem Wohlbefinden der mobil Beschäftigten standen Konzepte der Mitarbeiterführung im Mittelpunkt. Den Arbeitsalltag dieser Personen kennzeichnet neben einer zunehmenden technischen Abhängigkeit vor allem eine Einschränkung der persönlichen Arbeitskontakte. Das flexible und eigenständige Arbeiten, das in diesem Arbeitsfeld vorherrscht, kann mitunter als Vorteil gesehen werden. In der Forschung zu Führungsaspekten im Rahmen von Telearbeit wurden vor allem die beziehungsorientierte Kohäsionsfunktion zum Gruppenerhalt sowie die Lokomotionsfunktion zur Aufgaben- und Zielerreichung thematisiert. Es konnte gezeigt werden, dass Telearbeit mit Einschränkungen im Bereich der Kohäsion, nicht jedoch mit Defiziten im Bereich der Lokomotion assoziiert ist. Diese Arbeit stellte die These auf, dass mobile Telearbeit sowohl Defizite im Bereich der Kohäsion als auch im Bereich der Lokomotion aufweist. Gründe für diese Annahmen lagen vordergründig in den geringeren sozialen Kontakten sowie in Defiziten der Informationsversorgung der mobilen Beschäftigten, die wiederum die Leistung negativ beeinflussen würden, so die Vermutung.

Welche Bedeutung die Führungskraft für die Gesundheit der Mitarbeiter hat, und wie Führungsverhalten gestaltet sein sollte, um psychische Beanspruchung zu vermeiden, konnte im Rahmen einer Befragung von Arbeitnehmervertretern herausgestellt werden. Gleichzeitig galt es Arbeitsbedingungen zu identifizieren, die als Belastungsfaktoren an mobilen Arbeitsplätzen wirken. Die Befragung ergab ein heterogenes Bild. Zum einen scheinen mobil Beschäftigte der Einschätzung der Arbeitnehmervertreter zufolge über ein breit angelegtes Repertoire arbeitsbezogener Ressourcen zu verfügen. Gleichzeitig, und dies zeigt sich in der Bewertung verschiedener Belastungsfaktoren, verlangt mobiles Arbeiten, mit zahlreichen belastenden Arbeitssituationen umgehen zu lernen. Nicht zuletzt ist mobiles Arbeiten charakterisiert durch geringe persönliche Kontakte zwischen Beschäftigten untereinander wie auch zwischen Beschäftigten und Vorgesetzten.

Ansprechpartner

Dr. rer. nat. Roger Stamm

Fachbereich 1: Informationstechnik, Risikomanagement

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