Statistische Analyse von Muskel-Skelett-Belastungen bei Erzieherinnen in Kindertagesstätten im Rahmen des "ErgoKita"-Projekts

Autor: Patrick Schreiber

Hochschule: Hochschule Koblenz, RheinAhrCampus Remagen, Bachelorarbeit 2014

Kurzfassung: Da derzeit die Belastungen am Arbeitsplatz von Erzieherinnen in Kindertagesstätten noch weitestgehend unerforscht sind startete das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) die Studie „ErgoKiTa“ mit dem Ziel, den aktuellen Wissensstand hinsichtlich Muskel-Skelett-Belastungen in dieser Berufsgruppe zu ermitteln. Die Studie besteht aus mehreren Phasen, unter anderem werden in ausführlichen Fragebögen der aktuelle Gesundheitszustand der Erzieherinnen und die strukturellen Bedingungen, welche die Belastung am Arbeitsplatz beeinflussen können, erhoben. Es werden objektive und subjektive Verfahren zur Erfassung der Belastung von Erzieherinnen in Kindertagesstätten und zur Bestimmung von möglichen Interventionsmaßnahmen genutzt. Basierend auf den Ergebnissen der Umfragen wurden neun Kindertagesstätten, die repräsentativ für die Kindertagesstätten in drei deutschen Bundesländern ausgewählt wurden, hinsichtlich ihrer Voraussetzungen und Ausstattungen in drei Klassifizierungsgruppen unterschiedlichen Interventionsbedarfs aufgeteilt. Diese neun Kindertagesstätten nahmen an umfangreichen physischen Belastungsanalysen und im Folgenden an der Interventionsstudie teil.

In umfangreichen Messungen wurden mithilfe des mobilen CUELA-Messsystems physische und psychische Belastungsexpositionen bei jeweils zwei Erzieherinnen der neun Kindertagesstätten aufgenommen. Basierend auf den Analysen dieser Messungen wurden in den sechs Kindertagesstätten, denen vorab der mittlere und der hohe Interventionsbedarf zugeschrieben worden war, individuell zugeschnittene Interventionsmaßnahmen durchgeführt. Nach einer 2-monatigen Eingewöhnungsphase fand im Sommer 2013 eine zweite Messreihe mit den identischen Probandinnen statt.

Diese Arbeit zielt darauf ab, alle in der Studie ErgoKiTa anfallenden statistischen Fragen zu beantworten. Diese behandeln die Untersuchung der angewandten Klassifizierung der Kindertagesstätten nach ihrem Interventionsbedarf, mögliche Korrelationen zwischen objektiven Belastungs- und subjektiven Beschwerdedaten der Erzieherinnen und die Beurteilung der durchgeführten Interventionsmaßnahmen.

Trotz der Limitationen, die u. a. das geringe Probandenkollektiv und die nicht vorliegende Normalverteilung der Messdaten mit sich bringen, zeigen die Ergebnisse der Studie, dass eine Klassifizierung von Kindertagesstätten nach ihrem Interventionsbedarf lediglich für ganz konkrete Tätigkeiten erfolgen kann, nicht jedoch übergreifend für die gesamte Einrichtung. Die durchgeführten Interventionsmaßnahmen zeigen den erhofften Effekt und verringern in mehreren Parametern die Belastungswerte der Erzieherinnen nach der Interventionsphase signifikant.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. rer. nat. Rolf Ellegast

Stv. Institutsdirektor

Tel: 02241 231-2705/2706
Fax: 02241 231-2234