Analyse von CUELA-Schichtaufnahmen auf Basis von Teilmessungen zu Belastungen des Muskel-Skelett-Systems

Autor: Tom Gawliczek

Hochschule: Hochschule Koblenz, RheinAhrCampus Remagen, Bachelorarbeit, 2013

Kurzfassung: Das CUELA1-System bietet die Möglichkeit, die physischen Belastungen am Arbeitsplatz zu messen. Der Einsatz eines personenbezogenen Messsystems ist jedoch organisatorisch sehr aufwendig und kostenintensiv und die Messung von vollständigen Arbeitsschichten daher eher selten möglich. Eine Alternative stellt die Methode der rekonstruierten Arbeitsschichtprofile dar. Sie ermöglicht die Abbildung der Muskel-Skelett-Belastung einer vollständigen Arbeitsschicht aus kurzen Einzelmessungen. Somit reduziert sich der Aufwand, jedoch können Unterschiede in der Bewertung der auftretenden Belastungen nicht ausgeschlossen werden. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden daher zwei unterschiedliche methodische Ansätze (Messung und Schichtrekonstruktion) verglichen.

Insgesamt wurden Daten aus 14 gemessenen Arbeitsschichten in drei Berufen (Servicetechniker, Flugzeugabfertiger, pädagogisches Personal) ausgewertet. Die Messungen wurden zu Schichtprofilen rekonstruiert und anhand von drei Messparametern (kniebelastende Haltungen, Rumpfbeugen, „Basishaltungen“) beide Methoden miteinander verglichen. Anschließend wurden die Unterschiede der Ergebnisse anhand von Diagrammen gegenübergestellt, der Zusammenhang beschrieben (lineare Regression) und die Beziehung (Korrelation) zwischen beiden Methoden überprüft, ihre Verteilungen (Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Test) miteinander verglichen sowie die Unterschiede in den einzelnen Messungen (Bland-Altman-Plot) näher betrachtet. Hierbei zeigten sich hohe bis sehr hohe Übereinstimmungen zwischen beiden Methoden, sowohl in den Verteilungen als auch bei der Betrachtung der einzelnen Messungen. Es stellte sich heraus, dass das Verfahren der Rekonstruktion die Muskel-Skelett-Belastung der Originalmessung über die gesamte Schicht annähernd identisch abbilden kann.

Die Repräsentativität der Ergebnisse wurde anhand des Stichprobenumfangs, der eingesetzten Methode und des Vorgehens bei der Erstellung der Schichtprofile im Unterschied zu dem in der Forschungspraxis diskutiert. Die Rekonstruktions-Methode zeigte trotz hoher Variationen in den Tätigkeiten der Probanden eine gewisse Beständigkeit gegenüber der Über- bzw. Unterschätzung der auftretenden Belastungen. Unter der Bedingung, dass große Sorgfalt bei der Auswahl der zu messenden Abschnitte sowie der Dokumentation der Gesamtschicht aufgebracht wird, stellt die vorgestellte Methode eine sehr gute Alternative zur Erfassung von Muskel-Skelett-Belastungen am Arbeitsplatz dar.

1 Computerunterstützte Erfassung und Langzeitanalyse von Muskel-Skelett-Belastungen

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