Aufbau eines Messsystems zur Erfassung von CTS-Risikofaktoren

Autor: Alexandros Rodosthenous

Hochschule: Fachhochschule Koblenz, Standort Remagen, Bachelorarbeit, 2011

Kurzfassung: Beim Carpaltunnelsyndrom (CTS) handelt es sich um ein Beschwerdebild aufgrund einer meist chronischen Schädigung des Nervus medianus (Mittelnerv), der in seinem Verlauf durch den Carpaltunnel im Bereich der Handwurzel einem erhöhten Druck ausgesetzt ist. Es stellt das häufigste Engpass-Syndrom eines peripheren Nervs dar. Neben einer Reihe anderer Fakltoren gelten auch arbeitsbedingte manuelle Belastungen als ursächlich.

Seit 2003 ist das Carpaltunnelsyndrom bereits von der Europäischen Kommission in den Empfehlungen zu der Europäischen Berufskrankheiten(BK)-Liste im Annex I (506.45) aufgeführt. Der Ärztliche Sachverständigenbeirat "Berufskrankheiten" beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat daraufhin im Mai 2009 mit der Veröffentlichung der Wissenschaftlichen Begründung (WB) zu einer Berufskrankheit CTS empfohlen, die arbeitsbezogene Erkrankung CTS ebenfalls in die Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung aufzunehmen. Die WB führt bereits in der vorgeschlagenen Legaldefinition "Druckschädigung des Nervus medianus im Carpaltunnel (Carpaltunnel-Syndrom) durch repetitive manuelle Tätigkeiten mit Beugung und Streckung der Handgelenke, durch erhöhten Kraftaufwand der Hände (kraftvolles Greifen) oder durch Hand-Arm-Schwingungen" drei Risikofaktoren an. Diese können jeweils alleine zur Entstehung eines CTS führen oder bei Kombination von zwei oder drei dieser Faktoren das CTS-Risiko erhöhen. Es fehlen aber quantifizierbare Richtwerte für diese Risikofaktoren und damit klare Grundsätze zur Beurteilung der arbeitstechnischen Voraussetzungen.

Zur Beschreibung und Quantifizierung des Belastungsfaktors Repetition bezogen auf Beugung und Steckung im Handgelenk wurden bereits geeignete Messparameter ermittelt und das im IFA entwickelte CUELA1-System  für deren Erfassung angepasst.

In dieser Arbeit sollte nun zur Abschätzung der Greifkräfte das CUELA-System um ein EMG-Modul (EMG = Elektomyografie) erweitert und hernach getestet werden. Zunächst wurden nach Angaben in der Literatur ein spezifisches Kalibrationsverfahren und Messprotokoll entwickelt und in die CUELA-Software implementiert. Danach wurde ein Aufgabenparcours konzipiert, den 13 freiwillige Probanden in Testmessungen absolvierten. Die nachfolgenden Auswertungen belegen den erfolgreichen Einbau des EMG-Moduls in das CUELA-System und seine Anwendbarkeit zur objektivierten Abschätzung des Kraftaufwands der Hände.

1 Computerunterstützte Erfassung und Langzeitanalyse von Muskel-Skelett-Belastungen

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