Statistische Auswertung der arbeitsbedingten Expositionshöhe gegenüber ultrafeinen Partikeln

Autorin: Carla Servatius

Hochschule: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Bachelorarbeit 2014

Kurzfassung: Ultrafeine Partikel (UFP) sind nach ISO 27687 solche Teilchen, die einer Größenordnung von 1 bis 100 nm entsprechen. Im Arbeitsschutz gelten als UFP Teilchen, die bei Arbeitsprozessen als unerwünschte Nebenprodukte entstehen und sich dadurch von den gezielt hergestellten Nanomaterialien unterscheiden. Laut der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 900 der Gefahrstoffverordnung gibt es jedoch für UFP und Nanopartikel zurzeit keine vom Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) bestimmten gesundheitsbasierten Grenzwerte und keine Einigung auf eine geeignete Messgröße.

Ziel der Arbeit ist die statistische und inhaltliche Auswertung der UFP-Exposition in unterschiedlichen Branchen und Arbeitsbereichen sowie die Untersuchung einer geeigneten Datensatzstruktur im Hinblick auf die zukünftige Integration in die OMEGA-Software zur Datenerfassung im Messsystem Gefährdungsbeurteilung der UV-Träger (MGU) und in die IFA-Expositionsdatenbank MEGA. Seit 2008 wurden im MGU Messdaten zu UFP in mehreren Messprogrammen erhoben und im IFA archiviert. Eine vollständige Erfassung der Daten zu UFP über die standardisierte OMEGA-Software ist zurzeit jedoch nicht möglich und daher sind differenzierte statistische Parameter separat in einer Excel-Datei erfasst. Im Rahmen der Bachelorarbeit wurden daraus 961 Datensätzen aus dem Datenzeitraum von 2008 bis 2013 hinsichtlich Anzahl, Oberfläche und Größe von UFP ausgewertet.

Ein Großteil der Expositionsdaten wird mit der Partikelanzahlkonzentration als Messgröße erhoben. Die höchsten Konzentrationen treten bei thermischen Verfahrensprozessen auf, die von fünf Arbeitsbereichsgruppen zum Schweißen dominiert werden. Deutlich niedriger liegt hingegen eine Reihe von Messwerten aus dem Bereich der Verarbeitung von feinstem Pulver wie beim Wiegen, Sieben, Füllen, Mischen. Als wesentliches Ergebnis kann für Messungen, bei denen unterschiedliche Messgrößen parallel erfasst sind, eine Korrelation zwischen der Partikelanzahlkonzentration und der -oberflächenkonzentration der UFP im alveolengängigen Anteil des Staubes aufgezeigt werden. Hinsichtlich der Integrationsmöglichkeiten in die OMEGA-Software und in MEGA sowie die Gewährleistung einer optimalen Erfassung von Expositionsdaten wird eine weiterentwickelte Datensatzstruktur mit den neuen Variablen Messgröße und statistische Größe vorgeschlagen.

Ansprechpartnerin:

Dr. Dorothea Koppisch

Fachbereich 1: Informationstechnik, Risikomanagement

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