Stoffsicherheitsbericht - Stoffsicherheitsbeurteilung

Für alle registrierungspflichtigen Stoffe sind eine Stoffsicherheitsbeurteilung durchzuführen und ein Stoffsicherheitsbericht zu erstellen, wenn der Stoff hergestellt oder importiert wird in Mengen von 10 Tonnen oder mehr pro Jahr und Registrant .

Hauptelement des Stoffsicherheitsberichtes ist die Beschreibung von Expositionsszenarien, die für eine identifizierte Verwendung empfohlen werden. Hierin sind Risikomanagementmaßnahmen enthalten, die der Hersteller oder Importeur getroffen hat und die er den nachgeschalteten Anwendern empfiehlt. Wird der Stoff auf den Markt gebracht, werden diese Expositionsszenarien einschließlich der Risikomanagementmaßnahmen in einem Anhang zum Sicherheitsdatenblatt zusammengefasst.

Die Stoffsicherheitsbeurteilung ist entweder für jeden Stoff als solchen oder für eine Stoffgruppe durchzuführen. Die Ausarbeitung eines Sicherheitsdatenblattes für ein Gemisch aus zahlreichen registrierten Stoffen würde recht kompliziert sein. Statt bei der Erstellung eines Sicherheitsdatenblattes für ein Gemisch die einzelnen Stoffsicherheitsbeurteilungen für alle registrierten Inhaltsstoffe des Gemischs aufzuführen, besteht deshalb die Möglichkeit, eine Stoffsicherheitsbeurteilung für das Gemisch als Ganzes durchzuführen.

Die Stoffsicherheitsbeurteilung eines Stoffes umfasst folgende Schritte:

  • Ermittlung schädlicher Wirkungen auf die menschliche Gesundheit
  • Beurteilung der Gefährlichkeit der physikalisch-chemischen Eigenschaften für die menschliche Gesundheit
  • Ermittlung schädlicher Wirkungen auf die Umwelt
  • Ermittlung der PBT- und vPvB-Eigenschaften (persistente, bioakkumulierbare und toxische Stoffe und sehr persistente und sehr bioakkumulierbare Stoffe).

Kommt der Hersteller oder Importeur im Ergebnis zu dem Schluss, dass der Stoff die Kriterien für die Einstufung als gefährlich erfüllt oder dass es sich um einen PBT- oder vPvB-Stoff handelt, sind bei der Stoffsicherheitsbeurteilung außerdem die folgenden Schritte auszuführen:

  • Expositionsbeurteilung
  • Risikobeschreibung.

Verwendet ein nachgeschalteter Anwender einen Stoff auf eine Weise, die nicht durch die Stoffsicherheitsbeurteilung eines Herstellers bzw. Importeurs abgedeckt ist (identifizierte Verwendung, einschließlich seiner Verwendung als Bestandteil eines Erzeugnisses), muss er für Verwendungsmengen von über 1 Tonne pro Jahr der Agentur eine entsprechende Mitteilung machen und ggf. einen eigenen Stoffsicherheitsbericht erstellen. Die Alternative wäre eine Rückmeldung an den Zulieferer und die Registrierung durch diesen. Der Zulieferer ist dazu aber nicht verpflichtet, wenn er z. B. diese Verwendung nicht gutheißen kann.
(REACH-VO Artikel 14 und Anhang I)