Raumakustische Gestaltung nach DIN 18041:2016 mit dem IFA-Raumakustikrechner

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IFA-Raumakustikrechner für Unterrichtsräume: Klassenraum ohne Absorber
Bild: IFA

Hintergrund

In Räumen, bei deren Gestaltung raumakustische Aspekte nicht berücksichtigt wurden, reflektieren die Raumbegrenzungsflächen (Wände, Decken, Boden) den Schall oft sehr stark. Dies führt zu einem langen Nachhall, der die Sprachverständlichkeit reduziert und den Schallpegel im Raum erhöht. Durch den erhöhten Schalldruckpegel wird wiederum lauteres Sprechen erforderlich, wodurch die Geräuschbelastung weiter ansteigt. Diese als „Lombard-Effekt“ bekannte Selbstverstärkung kann zu einer für alle betroffenen Personen extrem unangenehmen Belastungssituation führen. Typische Konsequenzen sind eine beeinträchtigte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit oder auch Stressreaktionen, die sich beispielsweise anhand der Herzschlagfrequenz nachweisen lassen.

Durch eine gezielte raumakustische Gestaltung können solche Probleme vermieden werden. Eine entscheidende Kenngröße für die Bewertung der Raumakustik ist die Nachhallzeit. Sie bezeichnet die Zeitdauer, die für eine Pegelabnahme des Halls um 60 dB benötigt wird. Reduziert werden kann sie durch eine Belegung der Raumbegrenzungsflächen mit schallabsorbierenden Materialien. Meist ist eine Installation im Deckenbereich die erste Wahl und nicht selten bereits als alleinige Maßnahme ausreichend.

Beschreibung des IFA-Raumakustikrechners

Das IFA stellt einen Raumakustikrechner zur Verfügung, der sowohl die Nachhallzeiten in den Oktavbändern von 125 bis 4000 Hz als auch die entsprechenden Toleranzgrenzen der DIN 18041:2016-03 berechnet und grafisch ausgibt. Das Programm ist einfach gestaltet: Durch Angabe von Raumdimensionen, Nutzungsart, Raumbelegung und raumakustischer Ausstattung erfolgt eine Abschätzung der Nachhallzeiten, die sich durch die gleichzeitige Anzeige der oberen und unteren Toleranzgrenze leicht mit den Anforderungen der DIN 18041:2016-03 vergleichen lassen. Darüber hinaus kann das Programm die Wirkung von Absorbern an Decken und Wänden des Raumes berechnen, was die Planung raumakustischer Maßnahmen ermöglicht. Hierzu können verschiedene Voreinstellungen ausgewählt werden. Aber auch die Eingabe eigener Absorptionsmaterialien ist möglich. Bereits eingegebene Absorptionsdaten lassen sich exportieren und dadurch bei erneuter Nutzung des Programms wieder verwenden.

Anwendungsbereich

Der IFA-Raumakustikrechner ermöglicht eine Abschätzung der Raumakustik nach DIN 18041:2016-03. Er eignet sich für Räume der Gruppe A, d. h. Räume in denen eine gute Hörsamkeit über mittlere und größere Entferungen angestrebt wird. Hierzu gehören unter anderem Klassenzimmer in Schulen und Gruppenräume in Kindertagesstätten, aber auch z. B. Seminarräume, Hörsäle sowie Sport- und Schwimmhallen. Bisher nicht berücksichtigt wurden Räume der Gruppe B, in denen eine gute Hörsamkeit über kurze Distanzen gewährleistet werden soll. Hierunter fallen zum Beispiel Büros, Speiseräume und Kantinen.

Haftungsausschluss

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Nutzungsrecht

Der IFA-Raumakustikrechner darf zu nicht kommerziellen Zwecken frei verwendet werden. Eine kommerzielle Nutzung ist nicht gestattet.

Ansprechpartner

Dr. Florian Schelle

Fachbereich 4: Arbeitsgestaltung, Physikalische Einwirkungen

Tel: 02241 231-2983
Fax: 02241 231-2234