Arbeitsplatzmessungen

Stand: März 2014

Proband beim Schleifen

Gefahrstoffmessung bei Schleifarbeiten
Bild: DGUV

3.1 Werden mit den Akzeptanz- und Toleranzkonzentrationen der TRGS 910 auch Anforderungen an die Methodik der Luftmessungen gestellt?

3.2 Gelten für krebserzeugende Gefahrstoffe mit risikobezogenen Beurteilungsmaßstäben nach TRGS 910 die Anforderungen an Messverfahren nach Anlage 3 der TRGS 402? Wie ist zu verfahren, wenn diese Anforderungen nicht erfüllt werden können, weil z. B. die erforderliche Bestimmungsgrenze nicht erreicht werden kann?

3.3 Wie kann ich bei krebserzeugenden Gefahrstoffen mit risikobezogenen Beurteilungsmaßstäben nach TRGS 910 feststellen, ob die Schutzmaßnahmen ausreichend sind? Sind die Kriterien nach Nr. 5.2 der TRGS 402 anzuwenden? Wie ist zu verfahren, wenn diese Kriterien aufgrund der ubiquitären Belastung oder der Höhe der Bestimmungsgrenze nicht erfüllt bzw. überprüft werden können?

3.4 Was passiert, wenn Akzeptanz- bzw. Toleranzkonzentration unterhalb der messtechnischen Nachweisgrenze liegen?

3.5 Wie ist der Zusammenhang zwischen Exposition-Risiko-Beziehungen und ubiquitären Umweltbelastungen? Zur Veranschaulichung könnten Beispiele aus der Praxis dienen, wie Tankstellen und Dieselmotoremissionen. Wie wird die ubiquitäre Konzentration ermittelt?

3.1 Werden mit den Akzeptanz- und Toleranzkonzentrationen der TRGS 910 auch Anforderungen an die Methodik der Luftmessungen gestellt?

Nein. Die Arbeitsplatzmessungen sind gemäß TRGS 402 durchzuführen, die dazu einen neuen Abschnitt 5.3. enthält. Das jeweils eingesetzte Messverfahren muss grundsätzlich die Anforderungen der DIN EN 482 erfüllen. Sofern die erforderliche Bestimmungsgrenze nicht erreicht werden kann, sind die in Anlage 3 der TRGS 402 genannten Kriterien zu erfüllen.

Bei der Festlegung einer Akzeptanzkonzentration wird nach TRGS 910 berücksichtigt, ob ein nach TRGS 402 geeignetes oder bedingt geeignetes Messverfahren zur Verfügung steht. Liegt dieses nicht vor, wird ggf. eine Akzeptanzkonzentration in Höhe der Bestimmungsgrenze des vorliegenden Messverfahrens festgelegt.

3.2 Gelten für krebserzeugende Gefahrstoffe mit risikobezogenen Beurteilungsmaßstäben nach TRGS 910 die Anforderungen an Messverfahren nach Anlage 3 der TRGS 402? Wie ist zu verfahren, wenn diese Anforderungen nicht erfüllt werden können, weil z. B. die erforderliche Bestimmungsgrenze nicht erreicht werden kann?

Grundsätzlich sollten bei messtechnischen Ermittlungen die Anforderungen der Anlage 3 der TRGS 402 einschließlich der dort in Bezug genommenen DIN-EN-Normen auch für Stoffe der Anlage 1 der TRGS 910 angewendet werden.

Wenn für die messtechnische Ermittlung der Expositionshöhe kein geeignetes oder bedingt geeignetes Messverfahren zur Verfügung steht, ist dies in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren (TRGS 402 (2014), Nummer 5.3, Abs. 7).

Steht zur Überprüfung der Einhaltung der Akzeptanz- oder Toleranzkonzentration nur ein bedingt geeignetes Messverfahren zur Verfügung, gilt die Akzeptanz- bzw. Toleranzkonzentration dann als eingehalten, wenn nach den in Anlage 3, Nummer 3.1, Absatz 9a der TRGS 402 genannten Kriterien der krebserzeugende Stoff nicht nachgewiesen werden konnte.

3.3 Wie kann ich bei krebserzeugenden Gefahrstoffen mit risikobezogenen Beurteilungsmaßstäben nach TRGS 910 feststellen, ob die Schutzmaßnahmen ausreichend sind? Sind die Kriterien nach Nr. 5.2 der TRGS 402 anzuwenden? Wie ist zu verfahren, wenn diese Kriterien aufgrund der ubiquitären Belastung oder der Höhe der Bestimmungsgrenze nicht erfüllt bzw. überprüft werden können?

Die TRGS 402 (2014) legt fest: Bei krebserzeugenden Gefahrstoffen mit risikobezogenen Beurteilungsmaßstäben nach TRGS 910 können die Befunde lauten:

  1. Toleranz- bzw. Akzeptanzkonzentration eingehalten oder
  2. Toleranzkonzentration überschritten.

Die Maßnahmen gemäß dem gestuften Maßnahmenkonzept nach TRGS 910 sind entsprechend dem Befund zu ergreifen.

Bei Stoffen mit risikobezogenen Beurteilungsmaßstäben nach Anlage 1 der TRGS 910 kann der Befund nach TRGS 402, Nummer 5.2.2, Absatz 3 fachkompetent begründet oder, falls das nicht möglich ist, mithilfe des in Nummer 5.2.2 Absatz 4 beschriebenen formalen Verfahrens erhoben werden. Wenn das formale Verfahren aufgrund der ubiquitären Belastung (Hintergrundkonzentration) oder der Höhe der Bestimmungsgrenze nicht angewendet werden kann, rückt die fachkompetente Begründung in den Vordergrund.

3.4 Was passiert, wenn Akzeptanz- bzw. Toleranzkonzentration unterhalb der messtechnischen Nachweisgrenze liegen?

Nach BekGS 911 werden im Bereich der Toleranzkonzentration keine Schwierigkeiten bei der messtechnischen Bestimmung von Arbeitsplatzexpositionen erwartet. Dagegen können für einige Stoffe Probleme bei der messtechnischen Bestimmung im Bereich der Akzeptanzkonzentration auftreten. Kann die Akzeptanzkonzentration messtechnisch nicht bestimmt werden, wird diese nach TRGS 910 ggf. auf die Bestimmungsgrenze festgelegt.

3.5 Wie ist der Zusammenhang zwischen Exposition-Risiko-Beziehungen und ubiquitären Umweltbelastungen? Zur Veranschaulichung könnten Beispiele aus der Praxis dienen, wie Tankstellen und Dieselmotoremissionen. Wie wird die ubiquitäre Konzentration ermittelt?

Die Hintergrundkonzentration kann vom Arbeitgeber bei der Gefährdungsbeurteilung ermittelt und berücksichtigt werden. Die arbeitsplatzbedingte inhalative Exposition ergibt sich aus der Differenz zwischen der am Arbeitsplatz ermittelten Stoffkonzentration und der Hintergrundkonzentration. Diese kann mit der Akzeptanz- bzw. Toleranzkonzentration beurteilt werden. Die TRGS 402 enthält in Nummer 6 einige Hinweise für die Ermittlung der ubiquitären Konzentration (Hintergrundbelastung bzw. -konzentration). Darüber hinaus können spezielle Vorgaben zur ubiquitären Konzentration in stoffspezifischen technischen Regeln gegeben werden (z. B. TRGS 552 oder 554), die der Orientierung dienen.

Abkürzungen

  • AGS > Ausschuss für Gefahrstoffe
  • AGW > Arbeitsplatzgrenzwert
  • ArbMedVV > Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge
  • BekGS > Bekanntmachung zu Gefahrstoffen
  • ERB > Exposition-Risiko-Beziehung
  • GefStoffV > Gefahrstoffverordnung
  • TRGS > Technische Regel für Gefahrstoffe