Probenahmesystem Gravikon PM 4

Betriebsgeräte PM4 und PM4-2

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Betriebsgeräte PM4 und PM4-2
Bild: IFA

PM4 E-Staub-Probenahmekopf

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PM4 E-Staub-Probenahmekopf
Bild: IFA

PM4 A-Staub-Probenahmekopf

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PM4 A-Staub-Probenahmekopf
Bild: IFA

PM4 GD-Staub-Probenahmekopf

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PM4 GD-Staub-Probenahmekopf
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Das Staubprobenahmegerät Gravikon PM 4 wurde 1988/89 im IFA entwickelt. Es dient zur Probenahme von staubförmigen Gefahrstoffen und kann für die Probenahme der alveolengängigen Staubfranktion (A-Staub) oder der einatembaren Staubfraktion (E-Staub) verwendet werden. Das System PM 4 arbeitet mit Netz- oder Akkubetrieb. Somit ist es mobil, z. B. auf einem Gabelstapler, und auch im Freien einsetzbar. Der Luftvolumenstrom beim PM 4 ist deutlich geringer als beim VC 25. Daher kann es auch in kleineren Räumen zur Probenahme genutzt werden, ohne dass allein der Betrieb des Gerätes die Gefahrstoffkonzentration in der Luft stark beeinflusst.

Systembeschreibung

Beim PM 4 ist der Probenahmekopf über einen Luftschlauch mit dem Grundgerät verbunden. Dieses besteht im Wesentlichen aus einem Gebläse, einem Akkumulator und der Bedienungseinheit. Das Gerät kann sowohl im Netz- als auch im Akkubetrieb verwendet werden. Im Gegensatz zur ersten Baureihe des PM 4 mit integriertem Akku verfügt die neuere Generation des PM 4 über einen externen Akku, was beim Grundgerät zu einer Gewichtsersparnis führt. Im Jahr 2007 wurde das PM 4 von der Firma GSA komplett überarbeitet und gegenüber den Vorgängermodellen in Größe und Gewicht drastisch reduziert. Das neu entstandene PM 4-2 wiegt nur noch 3,5 kg. Auch hier kann das Grundgerät im Netzbetrieb eingesetzt oder wahlweise ein externer Akku zugeschaltet werden. Das Gerät besitzt einen temperatur- und luftdruckkompensiert geregelten Volumenstrom von 4 m³/h. Der Probenahmekopf besteht aus einer verschraubbaren Halterung, in welche die Messfilterkassette eingelegt wird. Durch Austausch des Probenahmekopfes kann das PM 4 wahlweise zur E-Staub- oder zur A-Staub-Probenahme verwendet werden. Mit zunehmender Filterbelegung während der Probenahme nimmt der Unterdruck zwischen der Filterkassette und dem Gebläse zu, während der Luftvolumenstrom konstant bleibt. Bei Erreichen eines maximalen Differenzdruckes von 55 hPa beim PM 4 und 75 hPa beim PM 4-2 gegenüber Atmosphärendruck schalten die Geräte automatisch ab, und die Probenahme wird beendet. Die Probenahmedauer wird angezeigt.

PM 4 G

Bei der Messung von einatembarem Staub besteht der obere Teil des Probenahmekopfes aus einem Ringspalt, der als Ansaugdüse ausgebildet ist. Diese Rundum-Ansaugung hat eine Erfassungsgeschwindigkeit von 1,25 m/s. Dies ist eine Konvention und entspricht in etwa der Einatemgeschwindigkeit des Menschen. Als Messfilter werden Membran- oder Glasfaserfilter eingesetzt.

PM 4 F

Bei der Messung von alveolengängigem Staub besteht der Probenahmekopf aus einem Zyklon, der als Vorabscheider fungiert, und einem Filterhalter. Als Messfilter werden hier Membranfilter eingesetzt.

PM 4 G-D

PM 4 G-D ist eine Systemerweiterung des PM 4 G und enthält zwei verschiedene Probenträger. Es dient der Probenahme von Stoffen, die gleichzeitig partikel- und dampfförmig vorliegen, wie z. B. polyhalogenierte Dibenzodioxine und -furane (PCDD/PCDF). Dem Probenahmekopf des PM 4 G ist ergänzend eine zylindrische Kartusche nachgeschaltet, die mit einem geeigneten Adsorbens gefüllt ist. Dadurch werden sowohl gasförmige Substanzen als auch flüchtige Anteile festgehalten und über die Dauer der Probenahme angereichert.

PM 4 F - Bestimmung von Dieselmotor-Emissionen (DME)

Zur Probenahme von Dieselmotor-Emissionen (DME) werden binderfreie Glasfaserfilter in den Feinstaubkopf eingesetzt, die mindestens 12 h bei 500 °C geglüht worden sind. Bei der Bestimmung von DME werden Filterhalter und Filterkapseln aus Metall verwendet, da die üblicherweise verwendeten Kunststoff-Filterhalter und -Filterkapseln zu relativ hohen Blindwerten führen.

Kalibrierung

Die Kalibrierung erfolgt im Rahmen der Qualitätssicherung im Kalibrierlabor des IFA bzw. über den Hersteller oder die Vertriebsfirmen.

Verwendung

Das Probenahmegerät Gravikon PM 4 wird von den Messtechnischen Diensten im Messsystem Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (MGU) zur Probenahme an Arbeitsplätzen eingesetzt. Es hat sich seit Jahren im praktischen Einsatz bewährt und ist für alle von Nutzen, die Staubmessungen an Arbeitsplätzen durchführen. Das Gerät wird durch die Firma GSA Messgerätebau GmbH in Lizenz hergestellt und von verschiedenen Anbietern vertrieben.

Weiterführende Informationen

IFA-Probenahmegeräte und Probenahmeverfahren (Sachgruppe 6, Kennziffern 3010; 3020; 3040).
Messverfahren für Gefahrstoffe (Sachgruppe 9, Kennziffer 7050).
In: IFA-Arbeitsmappe Messung von Gefahrstoffen.