Arbeiten 4.0: Neue Herausforderungen für die Prävention

Ineinander greifende Zahnräder illustrieren Arbeiten 4.0

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Bild: Mimi Potter, fotolia.com

Die Digitalisierung der Arbeitswelt, kurz Arbeiten 4.0, schafft neue Rahmenbedingungen für den Arbeitsschutz. Vernetzung, Erreichbarkeit und Kontrolle durch Computer und Informationstechnologien, eng verknüpft mit zunehmender Arbeitsverdichtung, sind Themen, die die Präventionsarbeit von Berufsgenossenschaften und Unfallkassen in den kommenden Jahren verstärkt fordern werden. Auch das IFA forscht, prüft und berät zu konkreten Fragen, die sich aus dem digitalen Wandel ergeben.

Digitalisierung hat vielfältige Auswirkungen auf die Sicherheit, Gesundheit und das Wohlbefinden von Beschäftigten. Digitaler Wandel erfasst nicht nur die Produktion, sondern alle Bereiche der Wirtschaft, von der Entwicklung über die Planung bis hin zum Management. Digitalisierung macht mobil und flexibel und erlaubt nahezu unbegrenztes Arbeiten: am Arbeitsplatz, daheim ebenso wie unterwegs auf dem Weg zum Arbeitsplatz oder zum nächsten Termin.

Daneben können innovative Fertigungstechniken und Arbeitsmethoden neue Unfallgefahren schaffen, beispielweise dort, wo Mensch und Roboter ohne Schutzzaun zusammenarbeiten oder wo immer mehr Bildschirme die Informationsflut erhöhen. Oder neue Verfahren generieren bislang unbekannte Gefahrstoffbelastungen, wie die Nanotechnologie. Zunehmende Vernetzung, ob von Produktionssystemen oder Arbeitsplätzen generell, erhöht das Risiko von Datenangriffen oder -manipulation. Digitalisierung verdrängt manuelle Tätigkeiten und begünstigt Bewegungsarmut, einseitige körperliche oder mentale Belastungen oder Kombinationen aus beidem. Digitale Medien und Arbeitsverfahren stellen wachsende Anforderungen an Qualifikationsinhalte und -methoden, aber auch an die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen. Digitale Technologien schaffen schließlich völlig neue Formen der Arbeit, wie Crowd- und Clickworking, für die sich die Frage stellt, wie Prävention hier grundsätzlich wirksam werden kann.

Neben möglichen Risiken für die Beschäftigten bietet der digitale Wandel auch ein großes Potenzial, Arbeit künftig sicherer, gesünder, flexibler und integrativer zu gestalten. Die Möglichkeiten reichen von intelligenter Sicherheitstechnik, neuen Mensch-Maschine-Schnittstellen und virtuellem Engineering über Datenbrillen und altersgerechte Assistenzsysteme bis zu digitalen Qualifikationshilfen.

Präventionsforschung spielt für die sichere, gesunde und menschengerechte Gestaltung der Arbeitswelt von morgen eine zentrale Rolle.

Auch Sensibilisierungund Qualifikation sind wichtige Instrumente, um Risiken in der Arbeitswelt von morgen zu minimieren. Wenn der Wert von Sicherheit und Gesundheit schon den Jüngsten in dieser Gesellschaft vermittelt werden kann, wird eine "Kultur der Prävention" wahrscheinlich, die sich zukünftig durch alle Lebensbereiche und Altersklassen zieht.

Ansprechpartnerin:

Dipl.-Übers. Ina Neitzner

Zentralbereich: Fachübergreifende Aufgaben

Tel: 02241 231-2721
Fax: 02241 231-2234