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Projekt-Nr. BIA4079
Schwingungsbelastung von Hubschrauberpiloten

Branche(n): Verkehr

Gefährdungsart(en): Lärm/Vibrationen

Schlagworte: Belastung, Vibration, Physikalische Faktoren

Status: abgeschlossen 06/2002

gefördert durch: Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG)

Projektdurchführung: Berufsgenossenschaftliches Institut für Arbeitssicherheit - BIA

weitere Stichworte zum Projekt:

Hubschrauber, Schwingungsbelastung, Sitz, Krankentransportliege, Schwingungsminderung

Zielsetzung:

Hubschrauberpiloten klagen bei täglich langen Flugzeiten nach mehreren Einsatzjahren häufig über Rückenbeschwerden. Eine vorgeneigte Sitzhaltung bei besonderen Flugmanövern wirkt sich beschwerdeverstärkend aus. Als Grundlage für eine Gefährdungsbeurteilung wird auf Initiative der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen für ausgewählte Hubschraubertypen die Schwingungsbelastung der Piloten auf dem Piloten- und auf dem Copilotensitz gemessen. Die Sitze - in einem Fall eine Krankentransportliege - werden hinsichtlich ihrer schwingungsmindernden Qualitäten beurteilt.

Aktivitäten/Methoden:

Die Messungen zur Ermittlung der Schwingungsbelastung werden auf dem Sitz und an der Sitzmontagestelle - in einem Fall auf der Krankentransportliege und an einem Befestigungspunkt der Liege - durchgeführt. Messrichtungen sind die zueinander senkrechten Richtungen Rücken - Brust, Schulter - Schulter und die Richtung der Wirbelsäule der sitzenden Piloten bzw. einer liegenden Person.

Ergebnisse:

Die Schwingungsbelastung wurde bei zehn verschiedenen Hubschraubertypen bestimmt. Von einem Hubschraubertyp wurden zwei verschiedene Exemplare untersucht, bei einem weiteren Hubschrauber wurde die Veränderung der Belastung nach Einbau anderer Sitze überprüft. In beiden Fällen zeigte sich, dass die Triebwerkseinstellung als wesentliche Schwingungsursache Einfluss auf das Auftreten und die Größe spektraler Komponenten und auf die Größe der Schwingungsbelastung für den gesamten Frequenzbereich hat. Neuere Sitztypen weisen nicht in jedem Fall günstigere Schwingungsübertragungsfaktoren auf, ein besserer Körperhalt und weitere ergonomische Verbesserungen wie einstellbare Lendenwirbelsäulenstütze führen jedoch zu einer subjektiv günstigeren Einschätzung. Insgesamt wurden für ältere Hubschraubertypen frühere Messergebisse bestätigt, nach denen bei alleiniger Beurteilung der Schwingungseinwirkung entsprechend den Kriterien der Berufskrankheit 2110 bei üblichen Flugzeiten eine Gefährdung der Wirbelsäule nicht wahrscheinlich ist. Neuere Hubschraubermodelle weisen grundsätzlich niedrigere Schwingungsbelastungen auf.

Weitere Informationen:

E-Mail: bia@dguv.de

Stand: 11.07.2002

 

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