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> Projekt-Nr. IFA5122

Projekt

gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • Unfallkasse des Bundes
  • Fachstelle der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung für Verkehrstechniken (FVT)
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Gefährdungsübergreifende Fragestellungen, Gestaltung von Arbeit und Technik, ungünstige Arbeitsumgebung

Schlagworte:

Mensch-Maschine-Schnittstelle, Maschinensicherheit, Gefährdungsbeurteilung

weitere Schlagworte zum Projekt:

Virtuelle Realität, Risikobeurteilung, Gefährdungsbeurteilung, Risikoanalyse, Gefahrenanalyse, Maschine, Schifffahrt, Schleuse, Gefahrstellen, Evaluation, Kamerasystem, Usability, Human Factors, Ergonomie, Mensch-Maschine-Schnittstelle, Mensch-System-Interaktion, Design-Review

Ansprechpartner:

E-Mail:

Risiko- und Gefährdungsbeurteilung für geplante Schifffahrtsschleusen in virtueller Realität

Projekt-Nr. IFA5122

Status:

laufend 02/2012

Zielsetzung:

Durch die Anwendung der Maschinenrichtlinie auf Stau- und Abstiegsanlagen ergeben sich beim Bau von z. B. Schifffahrtsschleusen neue Anforderungen an die Planung und sichere Auslegung der Anlage unter vorgesehenen Betriebsbedingungen. Werden notwendige Maßnahmen des Arbeitsschutzes nicht erst im Nachhinein, sondern bereits im Planungsstadium von großtechnischen Anlagen berücksichtigt, dann lassen sich sicherheitsgerechte und gebrauchstaugliche Lösungen weniger aufwendig umsetzen. Dazu ist es allerdings notwendig, dass bereits im Planungsprozess der Anlage eine Risiko- und Gefährdungsbeurteilung unter zukünftigen Einsatzbedingungen durchgeführt werden kann. Virtuelle Realität (VR) als Simulationstechnik und Methode kann sich hier anbieten, da Produkte und Prozesse modelliert und simuliert sowie unter realitätsnahen zukünftigen Einsatzbedingungen im virtuellen Nutzungskontext evaluiert werden können. Eine solche Simulation kann darüber hinaus das Arbeiten in Gefahrenbereichen einschließen, ohne Probanden einer tatsächlichen Gefahr auszusetzen.
Von der Unfallkasse des Bundes wurde daher ein Forschungsprojekt des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) in Kooperation mit der Fachstelle für Verkehrstechnik der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) initiiert. Mithilfe von VR soll eine Risiko- und Gefährdungsbeurteilung für die Erweiterung einer Schifffahrtsschleuse durchgeführt werden, deren Planung gerade angelaufen ist. Ebenso sollen Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung dieses Prozesses durch VR ermittelt werden.

Aktivitäten/Methoden:

Anhand einer Literaturrecherche werden zunächst Erkenntnisse zur Risiko- und Gefährdungsbeurteilung im Planungsprozess von großtechnischen Anlagen gesammelt. Von Interesse sind insbesondere Beurteilungen, die durch Simulationsmodelle unterstützt wurden. Auch sollen geeignete Methoden zur Entwicklung, Durchführung und Bewertung des Vorgehens recherchiert werden.
Zum Aufbau der virtuellen Anlage und der Nutzungsszenarien in VR wird auf digitale Planungsdaten der WSV für die Schifffahrtsschleuse zurückgegriffen. Entwicklungsarbeiten sind zur Zusammenstellung des Gesamtmodells und zur Animation von bewegten Objekten wie z. B. Schleusenteilen und Schiffen im Maßstab 1:1 im VR-Labor des IFA (SUTAVE) erforderlich. Zusätzlich werden unterschiedliche, dynamische Einsatzszenarien im zukünftigen Nutzungskontext (z. B. Betriebsarten, Verkehrssituationen, Wetterbedingungen) entwickelt. Für eine virtuelle Begehung potenzieller Gefahrenbereiche sollen Werkzeuge und Instrumente zur Messung, Datenaufzeichnung und Bewertung bereitgestellt werden können.
Die Durchführung einer Risiko- und Gefährdungsbeurteilung durch ein interdisziplinäres Expertenteam auf der virtuellen Schleuse soll sich am Vorgehen für einen Design-Review orientieren. Dieses Expertenteam wird sich aus Beteiligten an Planung, Konstruktion und Betrieb der Schleuse sowie den Projektmitarbeitern des IFA zusammensetzen. Interessen der zukünftigen Nutzungsgruppen und beteiligten Gewerke sollen ebenso einbezogen werden. Eine abschließende Bewertung wird die Möglichkeiten und Grenzen von VR zur Unterstützung in der Planungsphase und für die Risiko- und Gefährdungsbeurteilung einbeziehen.

Stand:

02.02.12