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Projekt-Nr. BGAG7600200695
"Mein nächster Beruf" - Personalentwicklung für Berufe mit begrenzter Tätigkeitsdauer

Branche(n): Gesundheitswesen

Gefährdungsart(en): Qualifizierung/Aus- und Weiterbildung, Arbeitsbedingte Erkrankungen, Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Schlagworte: Arbeit und Alter, Demographie, Physische Beanspruchung/Belastung

Status: laufend seit 06/2006

gefördert durch: Initiative Gesundheit und Arbeit (Gemeinschaftsinitiative der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), BKK-Bundesverband, AOK-Bundesverband und Arbeiter-Ersatzkassen-Verband)

Projektdurchführung: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV), BKK-Bundesverband, AOK-Bundesverband, Arbeiter-Ersatzkassen-Verband

weitere Stichworte zum Projekt:

Berufe mit begrenzter Tätigkeitsdauer, Frühverrentung, ältere Arbeitnehmer, Krankenpflege, Personalentwicklung, Berufswechsel

Zielsetzung:

Das Projekt "Mein nächster Beruf" sieht sich als Ergänzung zu etablierten Ansätzen zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit im erlernten Beruf. Es konzentriert sich auf den erfolgreichen Tätigkeits- bzw. Berufswechsel, wenn absehbar ist, dass der Beruf trotz Präventionsmaßnahmen nicht bis zum Rentenalter ausgeübt werden kann. 2007 haben wir den Modellberuf der stationären Krankenpflege bearbeitet und wichtige Erkenntnisse zum erfolgreichen Tätigkeits- bzw. Berufswechsel gewonnen.

Das Ziel des Projektes ist es, die Ergebnisse des Modellberufes zu abstrahieren und auf andere Risikoberufe zu übertragen. Das scheint allein auf der Grundlage der stationären Krankenpflege nicht möglich. Wir wollen die Untersuchungen in einem zweiten Modellberuf in der Baubranche fortsetzen. In den statistischen Analysen zeigt sich hier großer Bedarf, der auf der A+A 2007 durch Teilnehmer aus der Baubranche unterstrichen wurde.

Aktivitäten/Methoden:

Um die sich in der Pflege verändernden Anforderungen besser beschreiben zu können, wurden 200 aktuelle Stellenanzeigen analysiert und 25 Personalverantwortliche, Verwaltungsdirektoren, Schuldirektoren und Pflegedienstleitungen befragt. Danach wurde nach Frühwarnindikatoren für den drohenden Verlust der Beschäftigungsfähigkeit im ersten Beruf gesucht und dafür zehn Betriebsärzte befragt. Um alternative Berufe und Wege kennen zu lernen, haben wir 21 Berufswechsler interviewt.

Ergebnisse:

Herausgehoben wurden unter anderem Anforderungen wie Patientenorientierung, Eigenverantwortung, betriebswirtschaftliches Handeln, interdisziplinäre Zusammenarbeit und interkulturelle Kompetenz. Als Frühwarnindikatoren wurden am häufigsten Schlafstörungen, allgemeine Erschöpfungszustände und unklare Herz-Kreislauf-Beschwerden benannt.

Gründe für den Wechsel der Tätigkeit bzw. des Berufs waren nach eigener Beschreibung der Interviewpartnerinnen vor allem geistige Unterforderung verbunden mit fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten, körperliche Belastungen und soziale Konflikte mit Kollegen und Patienten. Den Erwerbsbiographien erfolgreicher Berufswechsler war gemeinsam, dass sie bereits mehrere Erfahrungen mit Tätigkeitswechseln haben, dass sie aktiv nach Lernchancen gesucht und auf eigene Initiative Zusatzqualifikationen erworben haben. Erfolgreiche Berufswechsler zeichnen sich durch eine hohe Zufriedenheit im neuen Beruf aus. Die Arbeitstätigkeit im neuen Beruf ist u. a. gekennzeichnet durch Ganzheitlichkeit, Verantwortung, zeitliche Freiheitsgrade, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und Anerkennung.

Ziel der Projektarbeit ist es, auf der Grundlage der in den Modellberufen erworbenen Erkenntnisse Beratungs- und Personalentwicklungskonzepte zu entwickeln, die in Risikoberufen frühzeitig auf einen Tätigkeits- bzw. Berufswechsel vorbereiten. Für unser Modellprojekt in der stationären Krankenpflege haben wir für die Berufsberatung eine Karrierematrix entworfen.

Weitere Informationen:

E-Mail: frauke.jahn@dguv.de, www.iga-info.de

Stand: 20.02.2008

 

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