- > Gefahrstoffd...
- > GESTIS -...
- > Weitere Informationsquellen
Zugang:
Ergänzende Informationsquellen
In mehreren Loseblattsammlungen und CD-ROM-Ausgaben werden die Texte der Technischen Regeln für Gefahrstoffe wiedergegeben und durch Ergänzungslieferungen bzw. Updates aktualisiert. Ein Abdruck der in den alten Technischen Regeln (TRGS) 901, 906 und 908 enthaltenen Begründungspapiere findet sich bei Welzbacher [1].
Hinweise über veröffentlichte Zusammenstellungen von arbeitsmedizinisch-toxikologischen Daten zu Einzelstoffen gibt das vom „European Centre for Ecotoxicology and Toxicology of Chemicals“ (ECETOC) herausgegebene „Inventory of Critical Reviews on Chemicals" [2] . Im Folgenden soll auf weitere Informationsquellen eingegangen werden, die, teilweise in deutscher, teilweise in englischer Sprache, umfangreiche Angaben zur Toxikologie einzelner Gefahrstoffe enthalten.
Exposition-Risiko-Beziehungen des AGS
Für die überwiegende Zahl krebserzeugender Stoffe ist derzeit kein gesundheitsbasierter Arbeitsplatzgrenzwert ableitbar. Daher hat der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) im Rahmen einer gesellschaftspolitischen Konvention ein Gesamtkonzept zur Festlegung risikobasierter Grenzwerte für krebserzeugende Stoffe erarbeitet. Dieses Konzept schließt die stoffspezifische Abschätzung von Arbeitsplatz-Expositionen ein, deren Einhaltung kein über die vereinbarten „Akzeptanz“- bzw. „Toleranz“-Grenzen hinausgehendes zusätzliches Krebsrisiko erwarten lässt. Nähere Erläuterungen gibt die Bekanntmachung 910 „Risikowerte und Exposition-Risikobeziehungen für Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen“. Dort findet sich auch eine Tabelle mit den entsprechenden Konzentrationswerten für einzelne Arbeitsstoffe.
Die wissenschaftliche Ableitung der zugrundeliegenden Exposition-Risiko-Beziehungen aus Literaturdaten wird im Internetangebot der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlicht.
Es ist vorgesehen, erst nach Abschluss einer Erprobungsphase und Diskussion mit allen Beteiligten in einem gesonderten Rechtsetzungsverfahren über eine mögliche Einführung des AGS-Risikokonzepts für krebserzeugende Stoffe am Arbeitsplatz in die Gefahrstoffverordnung zu entscheiden. Die vom AGS verabschiedeten Exposition-Risiko-Beziehungen können jedoch bereits jetzt zur Gefährdungsbeurteilung herangezogen werden.
BUA-Stoffberichte
Die BUA-Stoffberichte [3] wurden vom „Beratergremium für Altstoffe“ (vormals „Beratergremium für umweltrelevante Altstoffe“, BUA) der Gesellschaft Deutscher Chemiker erarbeitet. Dieser Arbeitskreis wurde 1982 zur Unterstützung der Bundesregierung bei der Bewertung von „Altstoffen“ (d. h. Substanzen, die bis zum 18.09.1981 im European Inventory of Existing Commercial Chemical Substances, EINECS, registriert waren) gegründet. Das Projekt endete mit der Einführung der Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) im Jahr 2007.
Das Beratergremium hat ausführliche Dossiers zu mehr als 300 Einzelstoffen verfasst. Sie liefern nicht nur Informationen zur Toxikologie einschließlich ökotoxikologischer Aspekte der behandelten Substanzen, sondern gehen beispielsweise auch auf Analysenverfahren, Herstellung und Produktionsmengen ein.
Toxikologische Bewertungen der BG RCI
Im Jahr 1977 wurde von der damaligen Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie (BG Chemie) ein Programm zur Verhütung von Gesundheitsschädigungen durch Arbeitsstoffe ins Leben gerufen. In diesem Zusammenhang begann sie mit der Untersuchung von Chemikalien, bei denen gesundheitsgefährdende Eigenschaften, insbesondere Langzeitwirkungen, vermutet wurden. Die Ergebnisse wurden der Öffentlichkeit in Form der sogenannten „Toxikologischen Bewertungen" [4] von Einzelstoffen vorgelegt, in denen die relevanten tierexperimentellen Befunde und die Erfahrungen am Menschen beschrieben und evaluiert wurden. Wie die BUA-Stoffberichte werden die „Toxikologischen Bewertungen“ in Deutschland oft als Grundlage für Einstufungs- und Grenzwertentscheidungen herangezogen.
Leider ist das verdienstvolle Programm der BG Chemie inzwischen eingestellt worden. Die Toxikologischen Bewertungen sind im Internet weiterhin verfügbar.
GESTIS-Stoffdatenbank
Die GESTIS-Stoffdatenbank des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) enthält Informationen für den sicheren Umgang mit chemischen Stoffen am Arbeitsplatz, wie z. B. die Wirkungen der Stoffe auf den Menschen, die erforderlichen Schutzmaßnahmen und die Maßnahmen im Gefahrenfall (inkl. erste Hilfe). Darüber hinaus gibt diese Online-Datenbank Auskunft über spezielle gesetzliche und berufsgenossenschaftliche Regelungen zu den einzelnen Stoffen.
Es sind Einträge zu etwa 8000 Stoffen enthalten, allerdings nicht immer in Form von kompletten Datensätzen. In „GESTIS – Wissenschaftliche Begründungen“ wird nur dann explizit auf die GESTIS-Stoffdatenbank verwiesen, wenn diese zu der betreffenden Substanz arbeitsmedizinische und toxikologische Informationen vorhält. Im Hauptkapitel „Arbeitsmedizin/Erste Hilfe“ werden Aufnahmewege und Wirkungsweisen des betrachteten Stoffes behandelt, während sich im Abschnitt „Toxikologie/Ökotoxikologie“ u. a. Angaben zur akuten Toxikologie finden.
Die GESTIS-Stoffdatenbank kooperiert mit der Gefahrstoffdatenbank der Länder.
Dokumente des Committee on Updating of Occupational Exposure Limits
Das Committee on Updating of Occupational Exposure Limits wurde 1997 vom niederländischen Ministerium für Soziale Angelegenheiten und Beschäftigung eingesetzt und hat bislang rund 200 offizielle, in den Niederlanden geltende Arbeitsplatz-Luftgrenzwerte („MAC“) neu bewertet. Das Gremium ist international zusammengesetzt.
In den Dokumenten werden toxikologisch-arbeitsmedizinische Wirkungen auf den Menschen ausführlich behandelt. Die Dossiers (OEL publications ) enthalten auch eine Zusammenstellung der in anderen Staaten zum Redaktionsschluss gültigen Grenzwerte zu diesem Stoff.
Das Gremium kam in der Vergangenheit u. a. zu folgenden Ergebnissen:
- Der aktuell gültige MAC-Wert wird bestätigt.
- Ein neuer Achtstundenmittelwert und/oder ein 15-Minuten-Kurzzeitwert werden vorgeschlagen.
- Eine Kennzeichnung der betroffenen Substanz als hautresorptiv wird empfohlen.
- Der zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses gültige MAC-Wert wird als zu hoch beurteilt.
- Aufgrund nicht ausreichender Datenlage kann das Committee on Updating of Exposure Limits den betrachteten MAC-Wert nicht kommentieren.
Nachdem das Committee on Updating of Occupational Exposure Limits einen Vorschlag unterbreitet hat, werden sozioökonomische Fragen durch einen separaten Beirat geprüft. Anschließend kann das zuständige Ministerium einen rechtsverbindlichen Luftgrenzwert festlegen.
Risk Assessment Reports des Ex-ECB (früher: European Chemicals Bureau, ECB)
Im Ex-ECB des Joint Research Centre der Europäischen Kommission (früher: European Chemicals Bureau, ECB) werden Daten und Bewertungsverfahren für gefährliche Chemikalien für Europa gesammelt und veröffentlicht, z. B. die IUCLID Chemical Data Sheets oder das EINECS - European Inventory of Existing Commercial Chemical Substances. Die Europäische Kommission erstellt in Absprache mit den Mitgliedstaaten Prioritätenlisten zur Bewertung von Chemikalien, zu denen vom Ex-ECB sogenannte Risk Assessment Reports (RAR) („Full List“ der RAR) herausgegeben werden sollen. In diesen ausführlichen Zusammenstellungen wird das Gefährdungspotenzial einer Substanz für den Menschen und die Umwelt beschrieben. Konkrete Grenzwerte oder Einstufungen werden nicht abgeleitet. Zurzeit gibt es über 90 Reports, die in Einzelfällen durch „Addenda“ aktualisiert wurden.
Gremien und Organisationen
Ausschuss für Gefahrstoffe - AGS
Beratergremium für Altstoffe - BUA
Classification and Labelling Working Group
Committee on Updating of Occupational Exposure Limits
Deutsche Forschungsgemeinschaft - DFG
Kommissionssekretariat der "MAK-Kommission"
Ex-ECB, früher: European Chemicals Bureau
Scientific Committee on Occupational Exposure Limits - SCOEL
Informationsquellen
Literatur
[2] Inventory of Critical Reviews on Chemicals. ECETOC Technical Report No. 71. Hrsg.: European Centre for Ecotoxicology and Toxicology of Chemicals (ECETOC), Brüssel 1996.
[3] BUA-Stoffberichte. Hrsg.: Beratergremium für Altstoffe (BUA) der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft S. Hirzel, Stuttgart 1986ff.
[4] Toxikologische Bewertungen. Hrsg.: Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie, Heidelberg 1986ff. ISSN 0937-4248.

Versenden
Seitenfeedback
Webcode:
d35096