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Betriebsgerät PM 4
E-Staub-Probenahmekopf
A-Staub-Probenahmekopf, Bilder: IFA
Probenahmesystem Gravikon PM 4
Das Staubprobenahmegerät Gravikon PM 4 wurde 1988/89 im IFA entwickelt. Es ist ein Gerät zur Probenahme von staubförmigen Gefahrstoffen und kann sowohl für die Probennahme des alveolengängigen Staubes (A-Staub) als auch für die Probenahme der einatembaren Gesamtstaubfraktion (E-Staub) verwendet werden. PM 4 arbeitet mit Netz- oder Akkubetrieb. Somit ist es mobil (z. B. auf einem Gabelstapler) und auch im Freien einsetzbar. Der Luftvolumenstrom beim PM 4 ist deutlich geringer als beim VC 25. Daher kann es auch in kleineren Räumen zur Probenahme genutzt werden, ohne dass es allein durch den Betrieb des Gerätes zu einer starken Beeinflussung der Schadstoffkonzentration in der Luft kommen kann.
Systembeschreibung
Beim PM 4 ist der Probenahmekopf über einen Luftschlauch mit dem Betriebsgerät verbunden. Das Betriebsgerät besteht im Wesentlichen aus einem Gebläse, einem Akkumulator und der Bedienungseinheit. Das Gerät besitzt einen temperatur- und luftdruckkompensiert geregelten Volumenstrom von 4 m³/h. Der Probenahmekopf besteht aus einer verschraubbaren Halterung, in welche die Messfilterkassette eingelegt wird. Durch Austausch des Probenahmekopfes kann das PM 4 wahlweise zur E-Staub- oder zur A-Staub-Probenahme verwendet werden. Mit zunehmender Filterbelegung während der Probenahme nimmt der Unterdruck zwischen der Filterkassette und dem Gebläse zu, während der Luftvolumenstrom konstant bleibt. Bei Erreichen eines maximalen Differenzdruckes von 55 mbar gegenüber Atmosphärendruck schaltet das Gerät automatisch ab, und die Probenahme wird beendet. Die Probenahmedauer wird angezeigt.
PM 4 G
Bei der Messung von einatembarem Staub besteht der obere Teil des Probenahmekopfes aus einem Ringspalt, der als Ansaugdüse ausgebildet ist. Diese Rundum-Ansaugung hat eine Erfassungsgeschwindigkeit von 1,25 m/s. Dies ist eine Konvention und entspricht in etwa der Einatemgeschwindigkeit des Menschen. Als Messfilter werden Membran- oder Glasfaserfilter eingesetzt.
PM 4 F
Bei der Messung von alveolengängigem Staub besteht der Probenahmekopf aus einem Zyklon, der als Vorabscheider fungiert, und einem Filterhalter. Als Messfilter werden hier ebenfalls Membran- oder Glasfaserfilter eingesetzt.
PM 4 G-D
PM 4 G-D ist eine Systemerweiterung des PM 4 G und enthält zwei verschiedene Probenträger. Es dient der Probenahme von Stoffen, die gleichzeitig partikel- und dampfförmig vorliegen, wie z. B. polyhalogenierte Dibenzodioxine und -furane. Dem Probenahmekopf des PM 4 G ist ergänzend eine zylindrische Kartusche nachgeschaltet, die mit einem geeigneten Adsorbens gefüllt ist. Dadurch werden sowohl gasförmige Substanzen als auch flüchtige Anteile festgehalten bzw. über die Dauer der Probenahme angereichert.
PM 4 F - Bestimmung von Dieselmotor-Emissionen (DME)
Zur Probenahme von Dieselmotor-Emissionen (DME) werden binderfreie Glasfaserfilter in den Feinstaubkopf eingesetzt, die mindestens 12 h bei 500 °C geglüht worden sind. Da die normalerweise verwendeten Filterhalter und Filterkapseln aus Kunststoff bestehen, führen sie zu relativ hohen Blindwerten. Daher werden bei der Bestimmung von DME Filterhalter und Filterkapseln aus Metall verwendet.
Kalibrierung
Die Kalibrierung erfolgt im Rahmen der Qualitätssicherung im Kalibrierlabor des IFA, die Messergebnisse sind rückführbar auf die Normale der Physikalisch-technischen Bundesanstalt (PTB).
Verwendung
Das Probenahmegerät Gravikon PM 4 wird von den messtechnischen Diensten im Messsystem Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (MGU) zur Probenahme an Arbeitsplätzen eingesetzt. Es hat sich seit Jahren im praktischen Einsatz bewährt und ist für alle von Nutzen, die Staubmessungen an Arbeitsplätzen durchführen. Das Gerät wird durch die Firma GSA Messgerätebau GmbH in Lizenz hergestellt und von verschiedenen Anbietern vertrieben.
Weiterführende Informationen
IFA-Probenahmegeräte und Probenahmeverfahren (Sachgruppe
6, Kennziffern 3010;
3020; 3040).
Messverfahren für Gefahrstoffe (Sachgruppe 9,
Kennziffer 7050).
In: IFA-Arbeitsmappe Messung von Gefahrstoffen.

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