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Arbeitssituation einer Erzieherin in einer Kindertagesstätte, Bild: kate_sept2004, iStockphoto
Ansprechpartnerin:
Fachbereich 4
Dr. Britta Weber
Alte Heerstraße 111
53757 Sankt Augustin
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ErgoKita: Ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen in Kindertageseinrichtungen
Eine Studie der Arbeitsbedingungen in Kitas soll helfen, Muskel-Skelett- Erkrankungen bei Erziehern/Erzieherinnen vorzubeugen
Erzieher/-innen erleben im Arbeitsalltag oft hohe Muskel-Skelett- Belastungen, beispielsweise durch Zwangshaltungen aufgrund von niedrigen Arbeitshöhen. Die ergonomische Arbeitsgestaltung in Kindertageseinrichtungen (Kitas) ist deshalb immer wieder Gegenstand öffentlicher Diskussionen.
Zur Erfassung des aktuellen Kenntnisstandes und zur Planung geeigneter Präventionsmaßnahmen hat das Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) eine Expertengruppe gegründet. Sie besteht aus Vertretern der Unfallkassen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen, der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), des Instituts für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt (IAD) sowie des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Goethe-Universität Frankfurt (ASU).
Bei ihren Recherchen stießen die Experten auf Forschungsdefizite: Untersuchungen zu Muskel-Skelett-Belastungen bei pädagogischem Personal in Kitas liegen bisher kaum vor. Zudem ist nicht bekannt, wie sich die strukturellen Rahmenbedingungen (z. B. Anzahl und Altersverteilung der betreuten Kinder, Betreuungsschlüssel oder Ausstattung) auf die Belastungssituation auswirken. Angesichts der steigenden Zahl der zu betreuenden Unter-Dreijährigen wird jedoch eine Veränderung der körperlichen Belastung angenommen, z. B. durch vermehrtes Heben und Tragen. Zudem wurden bestehende Lösungsansätze zur Belastungsminderung, wie spezielle Tische oder Erzieher/-innenstühle, noch nicht auf ihre Wirksamkeit überprüft.
Vor diesem Hintergrund plant der Expertenkreis eine Erhebung der Belastungssituation in Kitas und eine Interventionsstudie zur wissenschaftlichen Evaluation von Präventionsmaßnahmen. Dazu sollen Kitas nach möglichen Einflussfaktoren auf die Belastungssituation in Kategorien eingeteilt werden und in einer Ist-Zustands-Analyse die physische und psychische Arbeitssituation in mehreren Einrichtungen ermittelt werden. Aus den Ergebnissen der Ist-Zustands-Analyse sollen Präventionsmöglichkeiten abgeleitet und die Kitas bei deren Umsetzung unterstützt werden. Die Wirksamkeit der Maßnahmen soll u. a. mittels standardisierter Fragebögen und physiologischer Messungen überprüft werden. Abschließend sollen die Ergebnisse in Handlungshilfen für die Praxis ihren Niederschlag finden.
Die Durchführung des Projektes erfolgt im Rahmen einer Kooperation zwischen IAD, ASU und IFA und wird aus dem Forschungsfonds der DGUV finanziell unterstützt. Das Projekt ist im Juni 2011 angelaufen und die Erhebung von strukturellen Rahmenbedingungen der Arbeit in Kitas hat bereits begonnen. Hierzu werden Fragebögen an Kitas aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen verteilt. Im Zuge dieser Befragung können die Einrichtungen auch angeben, ob sie an einer Teilnahme an der Interventionsstudie interessiert sind.

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