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Berufsgenossenschaften raten zu Vorsicht beim Löten von Kupferrohr
07.10.2005
Zu Vorsichtsmaßnahmen beim Hartlöten von Kupferrohr rät das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz (BGIA) in Sankt Augustin: "Achten Sie immer darauf, dass das Rohr vollständig entwässert ist und öffnen Sie in jedem Fall zusätzlich die Schieberhähne an der Leitung, damit Druck aus dem System entweichen kann", empfiehlt Oliver Lohmaier, zuständiger Prüfer im BGIA. Hintergrund ist ein Unfall an einer Heizungsanlage, bei dem ein Monteur schwer verletzt wurde: Durch die Explosion des Rohrabschnitts, aus dem eine Muffe herauszulöten war, erlitt der Mann Verbrennungen, Schnittwunden und einen dauerhaften Gehörschaden.
Eine Unfalluntersuchung durch das BGIA ergab, dass herkömmliches Kupfer-Heizungsrohr beim Hartlöten platzen kann; dies geschieht, wenn Restflüssigkeit in der Leitung durch die Löthitze verdampft, der entstehende Dampf jedoch nicht entweichen kann. Der Dampfdruck im Rohr steigt innerhalb weniger Minuten so stark an, dass das Kupferrohr schließlich platzt. "Vom Ergebnis unserer Untersuchungen waren wir selbst überrascht", erinnert sich Lohmaier. "In kürzester Zeit hatten wir Druckwerte von 150 Bar, also das etwa Vierzigfache des normalen Wasserdrucks in solchen Leitungen." Wenn man bedenke, wie oft tagtäglich vor allem im Heizungsbau solche Lötarbeiten durchgeführt würden, sei es höchste Zeit, auf die bislang offenbar unterschätzten Gefahren hinzuweisen.
Unfälle dieser Art sind in mehrerlei Hinsicht gefährlich: Der sehr laute Knall beim Bersten des Rohres kann das Trommelfell dauerhaft schädigen und zu einer Lärmschwerhörigkeit führen. Die umherfliegenden Splitterteile wirken wie kleine Geschosse. Verbrühungen sind die Folge des austretenden Wasserdampfes.
Hartlöten, also das Löten mit Azetylen und Sauerstoff, ist im Heizungsbau ein übliches Verfahren; es geht vor allem einfacher und schneller als das herkömmliche Weichlöten mit Propangas. Die Norddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft (NMBG), Auftraggeber der Unfalluntersuchung, versichert etwa 4.300 Heizungsbaubetriebe mit rund 27.000 Mitarbeitern gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten.


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