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Berufsgenossenschaften starten Forschungsprojekt und Kooperation für sichere Karusselltüren
Praktische Lösungen zum Personenschutz an automatischen Karusselltüren untersucht ab sofort das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz - BIA auf Initiative des zuständigen berufsgenossenschaftlichen Fachausschusses Bauliche Einrichtungen. Dabei erhält es bundesweite Unterstützung durch die staatliche Gewerbeaufsicht, aber auch von Herstellern und Betreibern solcher Türen sowie von Firmen, die technische Einrichtungen zum Personenschutz anbieten. Im Mittelpunkt des Projekts steht der Schutz von besonders gefährdeten Personen wie Kindern oder älteren Menschen.
Der tragische Unfalltod eines Kleinkindes an einer Karusselltür am Flughafen Köln-Bonn Anfang März war Auslöser für die berufsgenossenschaftliche Initiative. Nach Schätzungen des Herstellerverbandes gibt es in Deutschland bis zu 8000 automatische Karusselltüren. Allein in den vergangenen drei Jahren wurden mehr als 2000 neue Türen eingebaut. Gleichzeitig zählen die Berufsgenossenschaften im Schnitt 12000 Arbeitsunfälle jährlich an Türen. In ungefähr 2500 Fällen ist dabei die Schließkante der Tür, die eigentlich durch Schutzeinrichtungen gesichert sein sollte, Grund für den Unfall. Die Dunkelziffer solcher Unfälle in öffentlichen Bereichen dürfte um ein Vielfaches darüber liegen.
"Diese Zahlen und die steigende Sorge in der Bevölkerung haben den Fachausschuss und uns bewogen, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen", erklärt Dr. Michael Schaefer, zuständiger Fachbereichsleiter im BIA. "Wir möchten bereits vor Ablauf dieses Jahres konkrete Lösungen anbieten können. Dazu brauchen wir das Expertenwissen aller Beteiligten, das heißt wir brauchen natürlich die Aufsichtsbehörde, aber auch den Hersteller, den Betreiber, die Prüfstelle und die Normenorganisation."
Vertreter dieser Gruppen trafen sich deshalb am 13. Mai zu einem ersten Abstimmungsgespräch im BIA und
signalisierten breite Bereitschaft zur Zusammenarbeit. So konnte ein Projekt begleitender Arbeitskreis geschaffen
werden, der die Forscher des BIA schnell mit Fachinformationen versorgen wird.
Zunächst werden die Experten eine Bestandsaufnahme der Sicherheit bestehender Karusselltüren machen und, wo
erforderlich, vorläufige Schutzmaßnahmen erwirken. In einem weiteren Schritt sollen dann neue Sicherheitsanforderungen
festgelegt werden. "Dabei liegen uns vor allem die am Herzen, die gegenwärtig an solchen Türen besonders gefährdet
sind", ergänzt Schaefer, "nämlich Kinder, aber auch ältere oder behinderte Personen." Auch die Maßstäbe für die
Prüfung, Wartung und Inspektion von Türen stehen auf dem Prüfstand. Am Ende des Projekts wird es konkrete, auf ihre
Praxistauglichkeit geprüfte Lösungen für mehr Sicherheit an automatischen Karusselltüren geben.
Weitere Informationen
Verhaltenstipps zu Drehtüren
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