Sicherer Umgang mit Quarz im Überblick

Die Quarzstaublungenerkrankung war 1929 eine der ersten deutschen Berufskrankheiten. Heute werden pro Jahr immer noch mehr als 1.000 Silikosen als Berufskrankheit anerkannt. Lungengängiger Quarzstaub wird inzwischen national und international auch als krebserzeugend bewertet. Zum sicheren Umgang mit Quarz am Arbeitsplatz liefert jetzt das Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz (BGIA) ein aktuelles und umfangreiches Nachschlagewerk: Der neue Report enthält neben Informationen rund um Eigenschaften, Vorkommen und Verwendung von Quarz, Hinweise auf potenzielle Gesundheitsgefahren sowie Angaben zu Vorschriften, Regeln, Mess- und Analyseverfahren. Er richtet sich vorrangig an alle, die mit der Prävention von Berufskrankheiten auf betrieblicher wie institutioneller Ebene befasst sind: von der Fachkraft für Arbeitssicherheit bis hin zum Arbeitsmediziner und Epidemiologen.

Kernstück des Berichts sind etwa 100.000 Messwerte aus 600 Arbeitsbereichen, ergänzt um Einzelheiten zu Tätigkeit, Arbeitsverfahren und Schutzmaßnahmen. Die Messdaten sind nach Branchen und Arbeitsbereichen gegliedert und beschreiben den Stand der Technik im Umgang mit Quarz. " Der Stand der Technik ist eine wichtige Orientierungshilfe für den Anwender, nachdem mit der neuen Gefahrstoffverordnung der Grenzwert weggefallen ist" , erläutert Dr. Markus Mattenklott vom BGIA die Bedeutung des Reports. Zu wissen, welche Verfahren, Geräte bzw. Produkte eine möglichst geringe Quarzstaubemission gewährleisten und wie hoch diese ausfiele, sei wesentlich für die gesetzlich geforderte Gefährdungsbeurteilung beim Umgang mit Gefahrstoffen. Der Quarzexperte weiß auch, dass das Thema Quarzstaub nicht der Vergangenheit angehört: " Quarz finden wir immer noch in nahezu jeder Branche; vorrangig in der Steine und Erden-Industrie und im Baubereich, aber beispielsweise auch als Füllstoff in der Gummi-, Kunststoff- und Farbindustrie oder als Rohstoff in der chemischen und keramischen Industrie beziehungsweise als Schwingquarz in der Elektrotechnik oder in Gießereien." Neben dem Wert für die praktische Prävention bietet der Bericht auch eine wichtige Datengrundlage für alle, die sich mit der Frage nach Grenz- und Schwellenwerten oder mit der Anerkennung quarzstaubbedingter Berufskrankheiten befassen. Der BGIA-Report steht im Internet zur Verfügung, weitere Informationen zum Thema unter: www.gefahrstoffe.de.

Ansprechpartner:

Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
Dr. Markus Mattenklott
Alte Heerstraße 111
53757 Sankt Augustin
Tel.: 02241 231-2548
Fax: 02241 231-2234