Prävention von Nadelstichverletzungen

21.12.2004

Nadelstich- und Schnittverletzungen stellen beim medizinischen und Pflegepersonal durch die mit ihnen verbundene Infektionsgefahr ein Gesundheitsrisiko für die Betroffenen dar. Besonders die Infektionen mit Hepatitis B oder C oder dem HI-Virus können schwere und z. T. chronische Erkrankungen bei den betroffenen Personen verursachen, die wiederum mit hohen Folgekosten verbunden sind. Zur Vermeidung bzw. Reduzierung der Nadelstichverletzungen wurden seit den 90er-Jahren verschiedene präventive Maßnahmen durchgeführt. Diese Präventionsansätze werden in ihrer Effektivität unterschiedlich beurteilt. In einem Kooperationsprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA), der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) und des Hauptverbands der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) wird seit November 2004 eine Metaanalyse mit dem Titel "Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von präventiven Maßnahmen zur Vermeidung von Nadelstichverletzungen bei Beschäftigten in Gesundheitsberufen" durchgeführt. Dabei soll in einem ersten Schritt eine Übersicht über die Epidemiologie der beruflichen Nadelstichverletzungen erstellt werden, um Aussagen über die Verbreitung und Art der Verletzungen machen zu können. In einem zweiten Schritt sollen die vorhandenen Präventionsprogramme zur Reduzierung von Nadelstichverletzungen im Gesundheitswesen zusammengestellt und deren Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit evaluiert werden. Dabei soll der Schwerpunkt auf den Einsatz von sicheren Instrumenten gesetzt werden.

Aus den Ergebnissen werden Hinweise für die Implementierung neuer verletzungsarmer Systeme in Deutschland erwartet. Daraus sollen entsprechende Verhaltensempfehlungen für den Einsatz von Nadeln und Kanülen abgeleitet werden. Nadelstichverletzungen waren auch Thema einer Kleinen Anfrage von Parlamentariern des Deutschen Bundestages im Dezember 2004, zu der inzwischen eine Antwort der Bundesregierung vorliegt.

Neu erschienen (2006):

Report "Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit präventiver Maßnahmen zur Vermeidung von Nadelstichverletzungen bei Beschäftigten in Gesundheitsberufen"

Gefährdung von medizinischem Personal durch Nadelstichverletzungen

Kleine Anfrage im Bundestag

Antwort der Bundesregierung

Ansprechpartner:

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst
und Wohlfahrtspflege (BGW)
Dr. Albert Nienhaus
Leiter des Bereichs Epidemiologie
Pappelallee 35-37
22089 Hamburg
Tel.: 040 20207-0
Fax: 040 20207-525

BGIA – Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
Fachbereich 1
Dr. Frank Bochmann
Alte Heerstraße 111
53757 Sankt Augustin
Tel.: 02241 231-2762
Fax: 02241 231-2234