Physische und psychische Belastung von Rettungskräften - Helfern helfen

Rettungsaktion am Sessellift

Rettungsaktion am Sessellift, Bild: IFA

Die physischen und psychischen Belastungen, denen Rettungspersonal beim Bergen von Personen aus großen Höhen und Tiefen ausgesetzt ist, werden derzeit vom Berufsgenossenschaftlichen Institut für Arbeitsschutz (BIA) in Sankt Augustin gemeinsam mit anderen berufsgenossenschaftlichen und universitären Einrichtungen im Rahmen eines Projekts untersucht.

Zur Schnee- und Skisaison sind Rettungstrupps von Lift- und Seilbahnbetreibern rund um die Uhr einsatzbereit. Innerhalb kürzester Zeit müssen sie bei Notfällen Kabinen- oder Sesselbahnen evakuieren. "Solche Bergungsaktionen können für die Retter körperlich und psychisch extrem belastend sein", so der Projektverantwortliche im BIA, Hans-Jürgen Ottersbach. "Die Bergung passiert immer unter Zeitdruck, meist auch unter schwierigen Witterungsverhältnissen - wie Schnee, Eis, extreme Kälte." In einer Vorstudie wurden darüber hinaus Mängel bei Ausstattung und Vorbereitung festgestellt: Sicherheitsmängel an den Anlagen und Gerätschaften, zum Teil schlecht an die schwierigen Rettungsaufgaben angepasste Bergeverfahren und -geräte sowie oft ungenügende Fitness des Bergepersonals.

Im Rahmen des zu Beginn des Jahres gestarteten Projekts werden sämtliche Arbeitssituationen wissenschaftlich untersucht, in denen es um die Rettung von Personen aus Höhen bzw. Tiefen geht. Dies umfasst neben Seilbahnen auch Bergungen in Bergbaugruben, an hohen Schornsteinen, Fernleitungsmasten, Silos oder Sendeanlagen. Im Mittelpunkt der Forschungen stehen dabei nicht nur technische Einflussfaktoren, sondern auch Fragen der Arbeitsorganisation, der Ergonomie, der Biomechanik sowie der Psychologie. Ziel ist es, Schwachstellen zu erkennen und Verfahren so zu verbessern, dass die Gesamtbelastung der Retter sinkt und Gesundheitsgefährdungen verhindert werden.

Ansprechpartner:

Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
Fachbereich 5
Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Ottersbach
Alte Heerstraße 111
53757 Sankt Augustin
Tel.: 02241 231-2680
Fax: 02241 231-2234