Erste Hilfe und Notfallmanagement bei Unfällen an Frachtcontainern

Erste-Hilfe-Koffer

Bild: dexter, fotolia

Arbeiten an und in Frachtcontainern sind aus der Sicht des Arbeitsschutzes in aller Regel gefährliche Tätigkeiten. Dazu kann schon das Öffnen der Containertür gehören!

Regelmäßige Unterweisungen der Beschäftigten helfen, dass im Ernstfall bei einem Unfall mit Verletzungen, Erkrankung oder dem Verdacht auf Vergiftung schnelle und effektive Erste Hilfe sowie eine weitere fachgerechte Versorgung der betroffenen Mitarbeiter erfolgt. Eine wesentliche Grundlage der Unterweisung ist die Betriebsanweisung.

Für den Ernstfall sollten sich Verantwortliche und Beschäftigte mit einigen Grundregeln vertraut machen:

  1. Ausgebildete betriebliche Ersthelfer müssen stets in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen, Alarmierungswege müssen bekannt sein und funktionieren.
  2. Der Erste-Hilfe-Schrank oder -Koffer muss stets einsatzbereit sein! Verbrauchtes Material ist umgehend zu ersetzen!
  3. Gefährliche Tätigkeiten dürfen nur dann von einer Person allein ausgeführt werden, wenn dies nach der Gefährdungsbeurteilung ausdrücklich erlaubt ist!

Neben diesen Grundregeln, die vor einem Unfall zu beherzigen sind, sind nach einem Unfall für eine schnelle Erste Hilfe folgende Schritte notwendig:

  1. Lebensrettende Maßnahmen sind sofort einzuleiten! Betroffene Personen sind umgehend aus einem Gefahrenbereich zu retten, sofern dies ohne Eigengefährdung möglich ist. Hierzu ist in aller Regel die Mithilfe weiterer Helfer erforderlich, ggf. unter Atemschutz! Bei Cyanwasserstoff-Vergiftung darf keine Mund-zu-Mund-/Mund-zu-Nase-Beatmung erfolgen.
  2. Notruf absetzen (Tel. 112) und dabei die fünf "W's" beachten:
    • Was ist geschehen?
    • Wo ist der Unfall geschehen?
    • Wie viele Personen sind betroffen?
    • Welche Arten von Verletzungen liegen vor?
    • Warten auf Rückfragen!

      Zudem sind Personen für die Einweisung des Rettungsdienstes abzustellen.
  3. Erste Hilfe ist mindestens so lange zu leisten, bis der Rettungsdienst eintrifft! Die Besatzung des zuerst eintreffenden Fahrzeugs ist zu fragen, ob noch weitere Einsatzkräfte (z. B. Notarzteinsatzfahrzeuge) folgen.
  4. Bereits bei dem Verdacht auf Vergiftungen immer ärztliches Personal hinzuziehen. Hierbei sollten möglicherweise vorhandene Unterlagen wie Sicherheitsdatenblätter und Informationen zu verwendeten oder vermuteten Begasungsmitteln und/oder der transportierten Ladung mitgegeben werden.

Generell gilt: Betriebliche Notfallsituationen sind zu üben!