Ermittlung des Lärmexpositionspegels am Arbeitsplatz (DIN EN ISO 9612)

Mitarbeiter mit Gehörschutz vor Standbohrmaschine

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Lärmmessung an einem Arbeitsplatz (Standbohrmaschine), Bild: IFA

Durch die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung vom 06. März 2007 und die dort festgelegten neuen Auslösewerte für Präventionsmaßnahmen sehen sich viele Betriebe veranlasst, ergänzende Lärmmessungen an ihren Arbeitsplätzen durchzuführen. Als Kennwert zur Beurteilung der Lärmsituation ist dabei der Lärmexpositionspegel nach DIN EN ISO 9612 (2009-09) zu bestimmen, der den bisher gebräuchlichen Beurteilungspegel ersetzt.

Die Durchführung von Messungen nach der DIN EN ISO 9612 wird in dem Taschenbuch "Lärmmessung im Betrieb" in einfachen Worten beschrieben und anhand von Beispielen erläutert. Dort werden auch die unterschiedlichen Messstrategien, d. h. tätigkeitsbezogene Messungen (Strategie 1), berufsbildbezogene Messungen (Strategie 2) und Ganztags-Messungen (Strategie 3) gegenübergestellt. Um die Durchführung der Messungen zu erleichtern und mögliche Fehler zu vermeiden, werden Musterprotokolle angeboten, die sich wie Checklisten Schritt für Schritt abarbeiten lassen und so schließlich zum Ergebnis führen.

Zur Berechnung des Lärmexpositionspegels aus den Messwerten LAeq für einzelne Tätigkeiten (Teilzeiten) innerhalb eines repräsentativen Arbeitstages bzw. einer Arbeitswoche steht ein Berechnungsprogramm zur Ermittlung des Lärmexpositionspegels zum Herunterladen bereit.

Das Deutsche Institut für Normung bietet dem Anwender der DIN EN ISO 9612 ein Tabellen-Kalkulationsprogramm an, das zusammen mit der Überarbeitung der ISO 9612 entwickelt wurde. Damit lassen sich die Lärmexpositionspegel nach den drei in der Norm beschriebenen Strategien bestimmen und zugleich entsprechende Messunsicherheiten berechnen. Die sachgerechte Anwendung dieses Programms setzt die Kenntnis von Festlegungen in der DIN EN ISO 9612 (2009-09) voraus.

Literatur zum Thema:

Maue, J.: Lärmmessung im Betrieb. Anleitung zur normgerechten Ermittlung der Lärmexposition am Arbeitsplatz und der Geräuschemission von Maschinen. Erich Schmidt, Berlin 2011

Ansprechpartner

Dr. rer. nat. Andrea Wolff

Fachbereich 4: Arbeitsgestaltung, Physikalische Einwirkungen

Tel: 02241 231-2801
Fax: 02241 231-2234