Mobile IT-Arbeit

Mobile Informationstechnologie bei der Arbeit

Mobiler IT-gestützer Arbeitsplatz in der Materialwirtschaft
Bild: endostock, fotolia

Auch in neuen, durch Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) gestützten Arbeitsformen haben Beschäftigte einen rechtlichen Anspruch auf Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Für die traditionelle Bildschirmarbeit im Büro existiert hierzu eine Anzahl detaillierter Regelungen und Empfehlungen. Neue Anforderungen an den Arbeits- und Gesundheitsschutz entstehen jedoch im Bereich der mobilen Arbeit mit entsprechend mobiler Informations- und Kommunikationstechnologie. Diese Arbeit findet in der Regel außerhalb eines Büros und meist auch außerhalb von Betriebsräumen statt. Oft wird mit dem Notebook, Tablet und/oder Smartphone an Orten oder in Situationen mobil gearbeitet, die mit einem Arbeitsplatz im traditionellen Sinne nur noch wenig gemeinsam haben: in der Flughafenlounge, im Zug, auf dem Bahnhof, im Hotel oder einfach dort, wo man sich eben gerade aufhält.

Unter diesen Bedingungen ist es für den Arbeitgeber nicht einfach, seine Verantwortung für ein gesundes Arbeiten wahrzunehmen. Die meisten Regelungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz im Bereich der Informationstechnologie sind an konstante Ortsverhältnisse gebunden. Für wechselnde Arbeitsorte gibt es derzeit nur wenige und sehr allgemeine Handlungsempfehlungen. Angesichts der zu erwartenden weiter steigenden Verbreitung dieser Arbeitsformen und der damit verbundenen Belastungen für die Betroffenen besteht hier dringender Handlungsbedarf für den Arbeitsschutz.

Das IFA untersucht in Kooperation mit dem IAG die gesunde Gestaltung mobiler IT-gestützter Arbeit unter verschiedenen Gesichtspunkten:

  • Aus betrieblicher Sicht werden im Auftrag des Fachausschusses Organisation des Arbeitsschutzes (FA ORG) gemeinsam mit Unfallversicherungsträgern sowie Unternehmen die in der Praxis auftretenden Belastungen der mobil Arbeitenden untersucht und daraus Handlungsanleitungen und Gestaltungsempfehlungen für mobile IT-gestützte Arbeit erstellt:
    • Fragen der Integration mobiler Informations- und Kommunikationstechnologien in Fahrzeuge werden mit Fachkreisen rechtlich sowie anwendungspraktisch erörtert. Zielgruppengerechte Publikationen geben betrieblichen Anwendern Orientierung und Sicherheit. Positivlisten zu sicheren Produkten sowie die Ergebnisauswertung von Crashtests beeinflussen die Marktentwicklung positiv.
    • Auf der Basis von Laboruntersuchungen zur Güte mobiler IKT-Displays u.a. entstehen Auswahlhilfen für die betriebliche Praxis. Die Anwendung ergonomisch günstiger, sicherer und gebrauchstauglicher Geräte ist die Folge.
    • Neue Probleme der Arbeitsorganisation bei mobiler Arbeit (Isolation mit der Folge gesteigerter psychischer Belastungen u. a.) werden mit Praxispartnern erörtert.
  • Aus arbeitswissenschaftlicher Sicht werden grundsätzliche Fragen untersucht und geeignete Lösungsansätze entwickelt. Die Ergebnisse werden in fachwissenschaftlichen Medien veröffentlicht.
  • Aus der Sicht eines strategischen Arbeitsschutzmanagements auf europäischer Ebene wurde im Auftrag der EU gemeinsam mit weiteren nationalen und internationalen Partnern eine Studie zur Auswirkung der Zunahme mobiler IT-gestützter Arbeit auf den zukünftigen Arbeitsschutz erstellt (Projekt Auswirkungen des zunehmenden Gebrauchs von tragbaren Datenverarbeitungs- und Kommunikationsgeräten auf den Arbeitsschutz in Europa).

Die Ergebnisse aller Aktivitäten werden der betrieblichen Praxis zur Verfügung gestellt.


Weiterführende Literatur zu Mobiler IT

Ansprechpartner

Benno Gross

Fachbereich 1: Informationstechnik, Risikomanagement

Tel: 02241 231-2261
Fax: 02241 231-2234