Workshop: Globalisierung und Qualifizierung im Arbeitsschutz

21. und 22. Juni 2010 im IAG Dresden

Weltkugel

Globalisierung – ein unbrauchbares Schlagwort (Claus Leggewie) oder die Signatur eines neuen Zeitalters? Diese Frage stand am Anfang des Workshops: „Globalisierung und Qualifizierung im Arbeitsschutz“, der vom 21. bis 22. Juni 2010 in der DGUV Akademie Dresden stattfand. Am Anfang der Veranstaltung wurde bewusst auf eine vorgegebene Definition von „Globalisierung“ verzichtet, sondern es wurden zunächst mit Hilfe eines „Zeitpfeils“ die der Globalisierung zugrundeliegenden langfristigen Prozesse erkundet sowie Beispiel-Szenarien zur Globalisierung in ihrer Bedeutung für den Arbeitsschutz diskutiert. In insgesamt vier thematischen Foren diskutierten die 28 eingeladenen Experten von innerhalb und außerhalb der Unfallversicherung anschließend die Bedeutung der Globalisierung für Sicherheit und Gesundheitsschutz und die hieraus resultierenden Anforderungen für die Qualifizierung im Arbeitsschutz. Im Mittelpunkt des ersten Tages stand die Rolle europäischer und internationaler Standards für Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie die Frage nationaler und internationaler Sicherheits- und Unternehmenskulturen. In seinem Einführungsvortrag zu Forum I: Europäische und internationale Standards gab Karl-Heinz Grass, Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten, zahlreiche Positiv-Beispiele für die Verbreitung einer Präventionskultur in einer globalisierten Welt. Europäische Präventionsallianzen galten ihm hierbei als ein notwendiger Zwischenschritt für den Aufbau einer internationalen, weltweiten Präventionskultur. Was eine globale Sicherheitskultur in einem multinationalen Unternehmen ausmacht, ließ Niko Armbrust von GLOBALFOUNDRIES im Forum II „Sicherheits- und Unternehmenskulturen“ lebendig werden. Für die Qualifizierung der Präventionsexperten forderte er vor allem verbesserte Sprachkenntnisse aber auch einen verstärkt generalistischen Ansatz in der Ausbildung.

Der zweite Tag war dem Thema Verantwortung und Globalisierung (Forum III) und den Konsequenzen aus der Globalisierung für die Qualifizierung im Arbeitsschutz (Forum IV) gewidmet. Ramazan Salman, Ethno-Medizinisches Zentrum e.V., 2008 als Sozialunternehmer des Jahres ausgezeichnet, widmete sich der gesellschaftlichen Verantwortung des Unternehmers in Zeiten der Globalisierung. Die Rolle, die Unternehmen bei der Gestaltung einer fairen Globalisierung spielen können, veranschaulichte er am Beispiel der ASHOKA Fellows, einem weltweiten Netzwerk ausgewählter Sozialunternehmer, die innovative Ideen und das Potenzial haben, gesellschaftliche Probleme zu lösen.

Bevor die Konsequenzen aus der Globalisierung für die Qualifizierung für bestimmte Zielgruppen im Arbeitsschutz erarbeitet und zusammengeführt werden, stellte Dr. Thomas Rau, Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft, die Bedeutung der internationalen Qualitätsinitiativen der Bildung für zukünftige Qualifizierungsbestrebungen dar. So sollte ein Qualitätsmanagement Bildung grundsätzlich ISO-konform sein und die Eckpunkte des Europäischen Bezugsrahmen für die Qualitätssicherung in der beruflichen Aus- und Weiterbildung (EQARF) beachten.

Abschließend wurden die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen im Hinblick auf Konsequenzen für die Qualifizierung im Arbeitsschutz zusammen geführt. Eine wichtige Erkenntnis war, dass sich das Nachdenken über neue Qualifizierungsanforderungen im Zeichen der Globalisierung an internationalen Standards orientieren sollte.

 

 

Kontakt

Fachliche Ansprechpartnerin
Dr. Ulrike Bollmann
Tel.: +49 351 457-1510

Organisation
Anja Köhler
Tel.: +49 351 457-1612
Fax: +49 351 457-1325