Interkultureller Dialog in Arbeit und Gesundheit

3. bis 5. Juli 2008 im BGAG Dresden

8. Training & Innovation: Interkulturelle Kompetenz in den Arbeitsschutz integrieren

„Erzählen Sie mir bitte, wie Sie Ihren ersten Kontakt mit einer fremden Kultur empfunden haben?“ fragte der spanische Arbeitsschutzexperte Oscar Llave Vargas seine rumänische Kollegin Eugenia Bratu. „Was war Ihre herausragende positive Erfahrung in der Begegnung mit verschiedenen Kulturen in Ihrem Arbeits- und Berufsleben?“

Mit einer wertschätzenden Erkundung der interkulturellen Erfahrung aller Teilnehmenden begann am 3. Juli 2008 die 8. Training & Innovation, die gemeinsam mit der Europäischen Agentur und dem Ethno-Medizinischen Zentrum Hannover durchgeführt wurde. Anschließend wurden die Erzählungen von den Teilnehmern auf Schlüsselfaktoren für einen gelingenden interkulturellen Dialog hin analysiert.

Dieser Beginn prägte die offene Atmosphäre der gesamten Veranstaltung, die es den 64 Teilnehmern aus 17 Ländern leicht machte, miteinander in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. Ziel war es, einen Überblick über den aktuellen Stand zum Thema Interkulturalität zu geben und die Unfallversicherungsträger für das Thema zu sensibilisieren.

Für den Einstieg referierten vier Persönlichkeiten zu aktuellen Trends in Europa und Deutschland: Xabier Irastorza von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, Petra Köppel von der Bertelsmann-Stiftung, Wolfgang Schulz-Weidner von der Europavertretung der Deutschen Sozialversicherung in Brüssel sowie Dorothea Grieger vom Arbeitsstab der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration (ATZ).

Gut gerüstet mit aktuellen Informationen erarbeiteten die Teilnehmer Visionen für das Jahr 2050. Beispielhaft seien hier genannt: „In 2050 wird es keine EU im heutigen Sinne mehr geben“ (Thema Zuwanderungspolitik), „Die „glückliche Verheiratung“ von unterschiedlichen Kulturen ist Normalität“ (Thema Globalisierung), „Interkulturelle Kompetenz ist Teil der Primärsozialisation“ (Thema Interkulturelle Kompetenz), „Es gibt internationale Sicherheitsstandards“ (Thema Migration-Sicherheit-Gesundheit).

Ein besonderer Höhepunkt war die Eröffnung des zweiten Tages durch Dagmar Domenig, Schweizerisches Rotes Kreuz, die in ihren Ansatz der „transkulturellen Kompetenz“ am Beispiel der Pflege einführte. John Nevitt, IOSH, Großbritannien, analysierte die Konsequenzen, die sich aus einer multikulturellen Belegschaft für Sicherheit und Gesundheitsschutz ergeben und stellte Beispiele guter Praxis vor.
Simo Salminen, FIOH, stellte die Frage nach kulturspezifischen Zuschreibungen für die Ursachen von Unfällen. Anno Kluß, context, widmete sich schließlich einem Trainingsansatz für Multiplikatoren zur Integration durch Sport.

Darüber hinaus bot die 8. Training und Innovation ein breites Spektrum von insgesamt 11 Workshops, in denen anhand von Leitfragen diskutiert und deren Ergebnisse dann zu Kernaussagen verdichtet wurden.

Im Nachgang zur Veranstaltung wird derzeit eine Empfehlung für die zukünftige Integration der interkulturellen Dimension in die Arbeit der Unfallversicherungsträger erarbeitet. Diese Empfehlung finden Sie in Kürze auf dieser Website.

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