Fünf Säulen für eine Präventionskultur in Wirtschaft und Gesellschaft - Strategien für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

2. Internationale Strategiekonferenz für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - 3. bis 4. Februar 2011, DGUV Akademie Dresden

Fünf korinthische Säulen

Foto: Fotolia

Vertreter von Regierungen, europäischen und internationalen Organisationen, multinationalen Unternehmen, Verbänden und der Wissenschaft bestätigten auf der 2. Strategiekonferenz in Dresden die fünf „Säulen“ für eine Kultur der Gesundheit und Sicherheit und identifizierten neue Ansätze für eine Verbesserung der Prozesse und Strukturen für eine Kultur der Prävention in Wirtschaft und Gesellschaft.

In den vergangenen Jahren haben viele nationale Regierungen und internationale Organisationen verschiedene Strategien für den Arbeitsschutz ins Leben gerufen und mit der Umsetzung begonnen. Die Experten der 1. Strategiekonferenz machten jedoch darauf aufmerksam, dass es an einer Koordination zwischen den verschiedenen strategischen Ansätzen mangelt.

Ziel der am 3. und 4. Februar 2011 in der DGUV-Akademie in Dresden ausgerichteten 2. Konferenz war es, eine Blaupause für die Verbesserung der Prozesse und Strukturen für die Entwicklung einer Präventionskultur auf der sozialpolitischen Ebene, der betrieblich/unternehmerischen Ebene und der gesellschaftlichen Ebene zu entwickeln. An der Konferenz nahmen 110 Experten aus 35 Ländern teil: Teilnehmer aus 17 EU-Mitgliedstaaten und Albanien sowie den USA, Australien, Brasilien, Süd-Korea und Singapur sowie der Russischen Föderation, der Ukraine, Aserbaidschan und Kirgigistan.

Die Konferenz wurde organisiert von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) in Zusammenarbeit mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS), der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (EU-OSHA), der Internationalen Kommission für Gesundheit bei der Arbeit (ICOH), der Internationalen Vereinigung für Arbeitshygiene (IOHA) und der Internationalen Vereinigung der Arbeitsinspektion (IALI).

Die Konferenzteilnehmer bestätigten die fünf „Säulen“ als eine gemeinsame Orientierungshilfe für die Umsetzung der verschiedenen Arbeitsschutzstrategien auf den unterschiedlichen Ebenen und als einen Beitrag zu einer mehr ganzheitlichen Präventionskultur in der Zukunft:

(1) Reduzierung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
(„Vision Zero“)
(2) Bewusstseinsbildung, Aufbau von Kompetenzen und Kapazitätsaufbau
(3) Kooperation zwischen Arbeitsschutz und öffentlicher Gesundheit
(4) Gesundheit und Sicherheit als Bestandteil der Lebensführung
(5) Integration der Prävention in das System der sozialen Sicherheit

Dabei wurde die Säule (1) „Vision Zero“ als ein grundlegender Ansatz bestätigt, der sowohl den „Boden“ (Strategie) bereitet, als auch das „Dach“ (Ziel) für eine Präventionskultur bildet. Die von den Teilnehmern favorisierte Säule war die Säule (2) „Bewusstseinsbildung“.

Höhepunkt des ersten Tages war die Unterzeichnung der Verlautbarung zu Dresden zur Unterstützung der Erklärung von Seoul zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit aus dem Jahre 2008.

Der zweite Tag war der Frage der Wirksamkeit von Strategien sowie neuen Ansätzen gewidmet, die die Integration von Gesundheit und Sicherheit in die gesamte Gesellschaft verbessern helfen.

Die Europäische Kommission berichtete zur Zwischenbilanz der Europäischen Strategie zu Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit 2007-2012 und die spannende Frage, wie eigentlich die Wirksamkeit von Strategien auf der betrieblichen Ebene bewertet werden kann, wurde aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert. Einigkeit bestand unter den Teilnehmern dahingehend, dass Strategien für Gesundheit und Sicherheit von der Metaebene heruntertransponiert und an die Charakteristika von Unternehmen angepasst werden müssen.

Neben den fünf „Säulen“ kann als ein zukunftsweisendes Ergebnis der Konferenz festgehalten werden, dass eine bessere Integration des Arbeitsschutzes in andere Politikfelder, wie z.B. Gesundheit, Bildung oder auch der Medien, eine eigene Strategie der Strategieumsetzung voraussetzt und zwar eine Strategie, die bereit ist, die Logiken des jeweils anderen Politikfeldes zu respektieren und sich auf diese einzulassen.

Hier finden Sie mehr Information zur Erklärung von Seoul: http://www.seouldeclaration.org.

Die Veranstaltungsdokumentation liegt als CD vor.

Kontakt

Fachliche Ansprechpartner
Dr. Ulrike Bollmann, IAG
Tel.: +49 351 457 1510

Dr. Sven Timm, DGUV
Tel.: +49 2241 231 1316

Organisation
Konferenzsekretariat, IAG
Tel.: +49 351 457 1612 und 
Tel.: +49 351 457 1517