Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt

1. Fachtagung: Schnittstellen zwischen Arbeitsschutz, Rehabilitation und Psychotherapie

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am 20. und 21. September 2012 in der DGUV Akademie Dresden

Psychotherapeuten, Präventions- und Reha-Experten tauschten sich bei einer Veranstaltung in Dresden über gemeinsame Themen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit aus.

Psychische Erkrankungen gehören heute zu den häufigsten Ursachen für Fehltage und Frühverrentungen. In den Unternehmen wird das Thema daher sehr aufmerksam betrachtet, es besteht aber nach wie vor große Unsicherheit.

Die Tagung „Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt: Schnittstellen zwischen Arbeitsschutz, Rehabilitation und Psychotherapie“, die  September 2012 im Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG) stattfand, hatte deshalb das Ziel, möglichst viele inner- und außerbetriebliche Expertengruppen zu versammeln. In Kooperation mit der Bundespsychotherapeutenkammer, der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege sowie der Abteilung Versicherung und Leistungen der DGUV war ein Programm erstellt worden, das Experten aus der Prävention und der Rehabilitation sowie Psychotherapeuten in einen regen Austausch bringen sollte. Zu den etwa 180 Teilnehmenden gehörten Unternehmensvertreter, Aufsichtspersonen, Betriebsärzte, Vertreter der Unfallversicherungen, des staatlichen Arbeitsschutzes, Mitarbeitervertreter sowie freie Berater und Psychotherapeuten.

Prof. Dr. Dirk Windemuth, Leiter des IAG, eröffnete die Veranstaltung und verwies auf die Bedeutung einer möglichst engen Zusammenarbeit zwischen Prävention, Rehabilitation und Psychotherapie. „Wenn ein depressiver Mitarbeiter nach einer Therapie an seinen Arbeitsplatz zurückkehrt, profitiert er von einem guten kollegialen Miteinander. Er leidet aber, wenn die Kollegen stattdessen Konkurrenzkämpfe ausfechten. Dann bestehen kaum Chancen auf eine erfolgreiche Wiedereingliederung. Präventive Maßnahmen für alle Mitarbeiter und individuelle Rehabilitationsmaßnahmen müssen daher miteinander verbunden werden.“ führte er beispielhaft aus.

Andrea Mrazek, Vorstandsmitglied der Bundespsychotherapeutenkammer, betonte, dass sich Psychotherapeuten noch stärker mit den psychischen Belastungen auseinandersetzen sollten, denen Beschäftigte am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Diese Erfahrungen müssten in die Therapie einfließen. Jörg Stojke, Leiter der BGW Akademie Dresden, beschrieb in seinem Grußwort, welchen großen Stellenwert das Thema Psyche gerade auch im Gesundheitsbereich inzwischen hat.

Die Vorträge am ersten Veranstaltungstag verdeutlichten, dass die Häufigkeit psychischer Erkrankungen insgesamt wahrscheinlich nicht dramatisch angestiegen ist, sondern diese heute nur wesentlich häufiger richtig diagnostiziert werden. Es wurde darüber hinaus dargestellt, dass ein frühzeitiges Eingreifen bei ersten Symptomen verhindern kann, dass Mitarbeiter länger ausfallen. Auch hier ist die Zusammenarbeit von Prävention und Rehabilitation gefragt. Im Anschluss wurde die Rolle einzelner betrieblicher und überbetrieblicher Akteure bei psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz intensiv in Kleingruppen diskutiert.

In den Plenar- und Workshop-Vorträgen und Workshops am zweiten Veranstaltungstag wurden dann spezifische Problemstellungen angerissen. Das Spektrum reichte dabei von betrieblichen Präventionsansätzen über Möglichkeiten einer guten Zusammenarbeit von betrieblichen Akteuren und Therapieanbietern bis zur Gestaltung der Wiedereingliederung psychisch Erkrankter in den Arbeitsprozess.

Kontakt

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Dr. Marlen Cosmar
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