2. Hochschultagung: Sichere gesunde Hochschule

19. bis 21. September 2011
in der DGUV Akademie Dresden

Doktorhut und Diplom

Bild: Fotolia.de

Hochschulen sind komplex strukturierte Bildungs- und Forschungseinrichtungen, die sich mit ihren Abschlüssen mehr als früher der internationalen Vergleichbarkeit stellen müssen. Ein besonderes Anliegen dieser Hochschulfachtagungen ist es die Integration von Sicherheit und Gesundheitsschutz als ein Qualitätsmerkmal von Studiengängen zu fördern. Mit dieser Veranstaltung wurde ein weiterer Impuls gesetzt, damit Sicherheit und Gesundheit als integraler Bestandteil innerhalb der Hochschulausbildung und Hochschulforschung verankert werden. Die Chancen und Herausforderungen des Bologna-Prozesses wurden beleuchtet. Folgende Fragestellungen standen dabei im Vordergrund:

  • Welche Perspektiven ergeben sich für Sicherheit und Gesundheitsschutz an Hochschulen?
  • Wie können die Folgen des Bologna-Prozesses positiv für die Entwicklung eines integrierten Systems genutzt werden?
  • Welche Ansprüche stellt die Industrie hinsichtlich sicherheitstechnischer Kompetenz an Hochschulabsolventen?

Zu diesem Themenkomplex referierten Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und eine Vertreterin der Studierenden. Im Rahmen einer ganzheitlichen und zeitgemäßen Analyse wurde der Bogen in das europäische Ausland gespannt. Hierzu berichteten Referenten aus Großbritannien, Lettland und Spanien und stellten ihre länderspezifischen Lösungsansätze vor.

In Workshops wurden nationale organisatorische Lösungsansätze zur hochschulspezifischen Umsetzung der DGUV Vorschrift 2 vorgestellt und in Workshops diskutiert.

Herr Kurz, Leiter der Abteilung Prävention der Unfallkasse Baden-Württemberg, stellte Detaillösungen vor und verwies in diesem Zusammenhang auf die komplexe Organisationsstruktur an Hochschulen und die damit verbundenen Schnittstellenprobleme. Er nahm dies zum Anlass, um auf ein Projekt der Unfallkasse Baden-Württemberg zur Verbesserung der Ablauforganisation mit dem Titel: "Prozessorientierte Optimierung des Beauftragtenwesens an Hochschulen“ hinzuweisen. Dort wird die Bildung einer hochschulinternen zentralen Anlaufstelle für sicherheits- und umwelttechnische Fragestellungen vorgeschlagen. In diesem Zusammenhang warf er einen Blick über den Rhein in das benachbarte Frankreich an die Universität Strasbourg und veranschaulichte, dass dort dieser Ansatz schon vor längerer Zeit umgesetzt wurde.

Auf europäischer Ebene bestehen Bestrebungen Sicherheit und Gesundheitsschutz als festen Bestandteil in die Studiengänge zu integrieren und mit Creditpoints zu versehen. Für einige wenige Studiengänge existiert dies bereits auch in Deutschland.
Mit Bedauern wurde festgestellt, dass im Rahmen der nationalen Exzellenzinitiative an Universitäten Sicherheit und Gesundheitsschutz beim
Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als beratende Gremien der Bundesregierung, kein prüfungsrelevantes Qualitätskriterium darstellen.

Im internationalen Vergleich besteht insbesondere gegenüber dem angelsächsischen System erheblicher Nachholbedarf, weil dort in großem Umfang im Bachelor- und Mastersystem sicherheitsrelevante Studieninhalte explizit ausgewiesen sind.
Es bleibt abzuwarten bis flächendeckend Verantwortliche für Studieninhalte die Notwendigkeit der Integration von Sicherheit und Gesundheitsschutz in den Studiengang als zwingendes Qualitätskriterium für eine umfassende und zeitgemäße Hochschulausbildung erkennen.

Kontakt

Fachliche Ansprechpartnerinnen
(Abt. SIGE, DGUV)
Jutta Busch
Tel.: +49 89 62272 178

Ulrike Fister
Tel.: +49 351 457 1521

Organisation/Anmeldung
René Dybek
Tel.: +49 351 457 1914
Fax: +49 351 457 1325