Arbeitswelt im Wandel: demografische, strukturelle und interkulturelle Entwicklungen

Der vielfach diskutierte demografische Wandel in den europäischen Industriestaaten führt dazu, dass immer mehr ältere Beschäftigte zunehmend länger arbeiten müssen. "Länger gesund arbeiten" ist deshalb ein Präventionsziel, mit dem sich das IAG in Forschung, Qualifizierung und Beratung beschäftigt.

Forschung und Entwicklung

Bestimmte Berufe fordern mehr als andere - körperlich, psychisch, zum Teil auch beides. Die dort Beschäftigten können ihren Beruf daher oft nicht bis zur Rente ausüben. Das IAG hat in mehreren Projekten untersucht, inwieweit Tätigkeits- bzw. Berufswechsel ein Ansatzpunkt sind, um länger arbeitsfähig und damit auch beschäftigungsfähig zu bleiben.

Neben dem Alter der Beschäftigten rücken weitere Aspekte in den Blick, die die Arbeitswelt verändern. Nicht nur durch das Zusammenwachsen in Europa werden die Belegschaften immer vielfältiger. "Diversity" ist das Stichwort. Dieses Thema erfasst zwar viele Einzelaspekte wie z.B. Alters-, Geschlechter- oder Kulturunterschiede. Diese werden aber nicht einzeln betrachtet, sondern es geht bei jedem Menschen um seine individuelle Vielfalt von Eigenschaften. Wie kann für den einzelnen Beschäftigten mit seinen Ressourcen die Arbeit sicher und gesund gestaltet werden, das ist die Fragestellung im IAG.

Qualifizierung

Das IAG bietet eine dreiteilige Qualifizierung zum Demografie-Berater an. Hier lernen Expertinnen und Experten im Arbeitsschutz, wie sie die zukünftige Altersentwicklung eines Unternehmens realistisch einschätzen können und welche Maßnahmen geeignet sind, um Arbeits- und Innovationsfähigkeit von älter werdenden Belegschaften zu erhalten.

Es sind aber auch Überblicksseminare zum Demografischen Wandel und zu Einzelaspekten im Angebot. Das Thema "Diversity" wird in Seminaren zur Barrierefreiheit oder zu interkulturellen Themen aufgegriffen.

Beratung

Durch gute ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätzen können die meisten im Alter auftretenden Defizite kompensiert werden. Das IAG hat Musterarbeitsplätze in den Bereichen Montage- und Bildschirmarbeit entwickelt, an denen dies praxisnah gezeigt werden kann. Die Musterarbeitsplätze werden in Seminaren, aber auch in Beratungen zur Gestaltung von Arbeitsplätzen für älter werdende Belegschaften eingesetzt.

Darüber hinaus hat das IAG zum einen Simulationen entwickelt, mit denen die beim Älterwerden abnehmenden und zunehmenden Fähigkeiten erfahrbar gemacht werden. Zum anderen werden kognitive Spiele zum Training der fluiden Intelligenz genutzt. Simulationen und Spiele kommen in Seminaren und Beratungen zum Einsatz.

Veranstaltungen

Das Thema "Demografischer Wandel" wird regelmäßig in Tagungen und Kongressen des IAG aufgegriffen, z.B. beim iga-Kolloquium "Gesund und sicher länger arbeiten" oder in der Reihe "Zukunft der Arbeit". Darüber hinaus gibt es zahlreiche Tagungen und Fachgespräche. "Diversity" war eines der Schwerpunktthemen beim XX. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014 in Frankfurt.

Kontakt

Dr. Hanna Zieschang
Tel. +49 351 457-1610
Fax +49 351 457-201610
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Dr. Carola Kästner
Tel. +49 351 457-1923
Fax +49 351 457-1915
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