Internationale Zusammenarbeit

Da die Versicherten der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen vermehrt in global agierenden, transnationalen Unternehmen tätig sind und die am Arbeitsplatz eingesetzten Arbeitsmittel oft weltweit produziert werden, ist Prävention kein rein nationales Thema mehr. Das IAG bringt sich deshalb nicht nur in die nationale, sondern auch in die europäische und internationale Entwicklung der Prävention ein.

Kooperationen und Netzwerke

Das IAG engagiert sich vor diesem Hintergrund vor allem in europäischen Netzwerken wie ENETOSH und EASOM und arbeitet im Rahmen von Kooperationen mit europäischen und internationalen Organisationen wie der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit eng zusammen. Hinzu kommen bilaterale Kooperationen mit Partnern wie zum Beispiel der Korea Agentur für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, der Pacific Coast University for Workplace Health Sciences in Kanada und der AUVA in Österreich und der SUVA in der Schweiz.

Als Modelleinrichtung für Qualifizierung im Arbeitsschutz ist das IAG zudem eine wichtige Anlaufstelle für Delegationen und Studienbesuche aus zahlreichen Ländern der Welt. Nicht zuletzt trägt das IAG mit seiner Arbeit direkt zur Umsetzung der internationalen Kampagne Vision Zero und damit zur Entwicklung einer weltweiten und umfassenden Kultur der Prävention bei.

Forschung und Beratung

Zu aktuellen Forschungsfragen kooperiert das IAG mit Arbeitsschutzinstituten vor allem der europäischen Partner. So sind beispielsweise alternde Belegschaften und der Fachkräftemangel Themen, für die gemeinsam Lösungen erarbeitet werden können. Auch die Folgen der zunehmenden Digitalisierung und damit einhergehende Belastungen beschäftigen unsere Partner gleichermaßen. So beteiligt sich das IAG unter anderem am Forschungsverbund PEROSH oder begleitet Projekte, die Grundlagen für europäische Normungsaktivitäten ausarbeiten. Gemeinsame Forschung gibt es auch zum Thema Evaluation von Präventionsmaßnahmen.

Qualifizierung

Gute Arbeit weltweit – dazu trägt das IAG mit seinem Qualifizierungsangebot bei. Das Institut bietet im Rahmen des globalen Präventionsfonds Vision Zero Fund der G7 maßgeschneiderte internationale Trainings an. Ziel ist es, im sozialen Dialog die Arbeitsbedingungen weltweit zu verbessern, höhere Sicherheitsstandards durchzusetzen und menschenwürdige Arbeit in globalen Lieferketten zu schaffen. Darüber hinaus kooperiert das IAG mit der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit im Rahmen der IVSS-Akademie und führt dabei internationale Workshops und Seminare über die Leitlinien der IVSS zur arbeitsplatzbezogenen Prävention durch.

Veranstaltungen

Auch mit Tagungen fördert das IAG den Austausch von Erfahrungen und die Reflexion von Standpunkten auf internationaler Ebene. Seit 2009 richtet das Institut im Auftrag der DGUV die Internationale Strategiekonferenz für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit aus. Nationale und internationale Organisationen vernetzen sich hier mit Ideen und Strategien für mehr Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Die internationale Veranstaltungsreihe "Sichere gesunde Hochschule“ beschäftigt sich mit der Frage, wie Hochschule als Arbeits- und Lernplatz sicher und gesund gestaltet werden kann.

Mit der Dreiländertagung laden Deutschland, Österreich und die Schweiz zum trinationalen Austausch zur betrieblichen Gesundheitsförderung ein. Das IAG ist hier über die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) beteiligt.

Federführend beteiligt war das IAG an der Planung und Ausgestaltung des XX. Weltkongresses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2014 in Frankfurt. Auf dem XXI. Weltkongress 2017 in Singapur war das IAG mit mehreren Fachvorträgen und einer eigenen Veranstaltung vertreten.