Arbeiten 4.0

Cyberphysische Systeme und digitale Vernetzung in der gesamten Arbeitswelt führen zu neuen Formen der Arbeit. Dazu gehören unter anderem veränderte (Lebens-)Arbeitszeiten sowie neue Arbeitsverhältnisse und -strukturen. Diese dynamische Entwicklung wird unter dem Begriff "Arbeiten 4.0" zusammengefasst. Sie bietet Chancen und Herausforderungen für die Prävention. Prävention soll diesen Prozess nicht nur begleiten, sondern aktiv mitgestalten.

Forschung und Entwicklung

  • Demografischer Wandel: Wie wird eine zunehmend älter werdende Gesellschaft mit einer wachsenden Digitalisierung der Arbeitswelt umgehen? Das IAG beschäftigt sich unter anderem damit, wie kognitive Trainings die mentale Fitness für den Umgang mit einem sich ständig wandelnden Arbeitsumfeld verbessern können. Vorrangig sollte die Arbeit selbst durch kognitive Ergonomie so gestaltet sein, dass sie auf die Beschäftigten eine trainierende Wirkung hat und damit lebenslanges Lernen anregt. Wurden bereits alle präventiven Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit ausgeschöpft, kann ein Tätigkeits- oder Berufswechsel für den einzelnen Erwerbstätigen ein Ansatzpunkt sein, um länger arbeitsfähig und damit auch beschäftigungsfähig zu bleiben. Das IAG hat hierzu mehrere Projekte durchgeführt.
  • Psychische Belastungen: Globalisierung und technischer Wandel betreffen vor allem die Gestaltung der Arbeitszeit, die örtliche und zeitliche Flexibilisierung sowie die Aufweichung der Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben im Sinne einer erweiterten Erreichbarkeit. Hierfür sind die Folgen des Wandels abzuschätzen und entsprechende Qualifizierungsmöglichkeiten zu planen und umzusetzen. Psychische Belastungen sind auch bei der Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen zu berücksichtigen.
  • Lehren und Lernen: In einer digitalisierten Arbeits- und Lebenswelt stellen die Aneignung der erforderlichen Qualifikationen, die Entwicklung neuer Kompetenzen, lebenslanges Lernen und die Anwendung neuer Lehr- und Lernmethoden anspruchsvolle Herausforderungen dar. Qualifizierung wird dabei immer flexibler gestaltet und kann den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Das Bildungsangebot des IAG umfasst bereits digitale Bildungsmethoden wie Webinare und verschiedene Formen des E-Learnings.
  • Verkehr: Innerbetrieblicher Transport und Verkehrssicherheit werden durch Interaktion von Menschen mit hochautomatisierten, vernetzten Fahrzeugen im Straßenverkehr eine völlig neue Qualität mit vielen Chancen und einigen Herausforderungen erreichen. Bei diesem Wandel muss Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten im Mittelpunkt stehen. Dazu werden am IAG in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) mögliche Technikfolgen antizipiert und in unseren Praxisfeldern und Seminaren simuliert und untersucht.

Beratung

Wir begleiten den technischen und gesellschaftlichen Wandel nicht nur kritisch, sondern wollen ihn konstruktiv mitgestalten. Dafür stellen wir unsere Expertise den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zur Verfügung. Unser Beratungsspektrum reicht dabei von Gefährdungsbeurteilungen, modernen Lehr- und Lernmethoden bis hin zur Gestaltung der Arbeit im demografischen Wandel, Betriebliches Gesundheitsmanagement und Verkehrssicherheit.

Veranstaltungen

Der Wandel der Arbeit wird regelmäßig in Tagungen und Kongressen des IAG aufgegriffen, z.B. beim iga.Kolloquium "Gesund und sicher länger arbeiten" oder in der Reihe "Zukunft der Arbeit". Auf Fachtagungen werden Themen wie "Die Zukunft des Lernens" sowie "Innovative Formate in Lernen und Weiterbildung" diskutiert. Da Lernen und Qualifizierung der Zukunft zunehmend global vernetzt und deshalb internationaler sein wird, bietet das IAG bereits heute Trainingsmaßnahmen für ausländische Seminargruppen sowie Train-the-Trainerqualifizierung im Ausland an.

Kontakt

Joachim Schiefer
Tel. +49 351 457-1618
Fax +49 351 457-201618
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