Projektbeschreibung

Hintergrund – Gesunde Arbeit bis zur Rente

Der demografische Wandel führt nicht nur in Deutschland zu Verschiebungen im Altersaufbau der Erwerbspersonen und zu einem spürbaren Fachkräftemangel. Der deutsche Gesetzgeber hat darauf mit einer Erhöhung des Renteneintrittsalters reagiert. Doch wer einen körperlich oder psychisch belastenden Beruf über lange Zeit ausübt, leidet häufig an gesundheitlichen Beschwerden. Viele Beschäftigte können deshalb nicht gesund bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter arbeiten. Dies kann einen frühen Berufsausstieg in die Erwerbsminderungsrente oder in die Arbeitslosigkeit zur Folge haben. Durch die Berücksichtigung von gesundheitlichen Belastungen bei der Laufbahngestaltung und gezielte Qualifizierung soll erreicht werden, dass Beschäftigte bis zur Rente erwerbstätig bleiben und Unternehmen dem Verlust wertvoller Arbeitskräfte entgegenwirken können.

Konzept – Was bedeutet »Horizontaler Berufsumstieg«?

Beschäftigten, die in ihrem Beruf starken körperlichen oder psychischen Belastungen ausgesetzt sind, soll frühzeitig ein Wechsel in einen anderen Beruf ermöglicht werden. Dieser neue Beruf soll weniger oder andere gesundheitliche Belastungen aufweisen als der bisherige, aber auf einer ähnlichen Qualifikations- oder Hierarchiestufe angesiedelt sein. Durch einen solchen horizontalen Berufsumstieg soll das Ziel „Gesund bis zur Rente“ bestmöglich erreicht werden. Erfahren Sie hier mehr über das fachliche Konzept (PDF, 231 kB).

Auftrag – Entwicklung eines »Digitalen Wegweisers«

Das Institut für Arbeit und Gesundheit hat einen Digitalen Wegweiser in Form eines Online-Informationsangebots entwickelt, das Beschäftigte und Arbeitgeber über das Konzept des horizontalen Berufsumstiegs vor dem Hintergrund des demografischen Wandels informiert. Herzstück dieses »Digitalen Wegweisers« ist ein IT-Instrument, das eine Datenbank mit Berufsprofilen umfasst. Dort sind jedem Beruf spezifische Belastungen und Anforderungen, aber auch notwendige Kompetenzen und Qualifikationen zugeordnet. Gibt eine Person ihr Suchprofil ein, d.h. ihre Qualifikationen, ihre Kompetenzen, ihre Präferenzen und ihre gesundheitlichen Beeinträchtigungen, gleicht das Instrument diese Angaben mit den in der Datenbank enthaltenen Berufsprofilen auf der Basis eines Algorithmus ab. Als Ergebnis wird eine Liste passender Umstiegsberufe ausgegeben, die nach verschiedenen Kriterien sortiert werden kann.

Nutzen – für Beschäftigte und Arbeitgeber

Der Digitale Wegweiser kann Beschäftigte in gesundheitlich belastenden Berufen bei der Suche nach einem neuen Beruf unterstützen. Für Arbeitgeber, insbesondere für kleine und mittelgroße Unternehmen, ist dies ein Beitrag zur Sicherung des Arbeitskräftepotenzials in Zeiten des demografischen Wandels. Die Einsatzmöglichkeiten reichen beispielsweise von der Personalplanung über präventive Umschulungen bis hin zur Unterstützung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements.

Digitaler Wegweiser

Das Informationsportal zum Thema Berufsumstieg aus gesundheitlichen Gründen - mit Berufssuche für Beschäftigte und Unternehmen erreichen Sie unter: