Informationen zur DIN EN ISO 9001

QM Aufbau

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Die vier wesentlichen Abschnitte der DIN EN ISO 9001
Bild: © DGUV Test

Ziele der DIN EN ISO 9001 sind

  • die ständige Verbesserung des QM-Systems und damit der Produkte und Dienstleistungen zur Erhöhung der Kundenzufriedenheit
  • die Orientierung an den Unternehmensprozessen
  • die Gestaltung des QM-Systems anhand von acht Managementprinzipien:
    • Kundenorientierung
    • Führung
    • Einbeziehung der Personen
    • Prozessorientierter Ansatz
    • Systemorientierter Managementansatz
    • Ständige Verbesserung
    • Sachbezogener Ansatz zur Entscheidungsfindung
    • Lieferantenbeziehungen zum gegenseitigen Nutzen

Allgemeines

Die Norm gliedert sich in die vier Abschnitte:

  • Verantwortung der Leitung
  • Management von Ressourcen
  • Produktrealisierung
  • Messung, Analyse und Verbesserungen

Wesentliche Inhalte

Wichtige Inhalte der Norm sind im folgenden aufgeführt (in Klammern die Abschnitte der Norm):

Forderungen an das QM-System (4.1)

  • Darstellung der betrieblichen Prozesse und deren Wechselbeziehungen
  • Prozesse und deren Ergebnisse messen, überwachen und analysieren
    Dies kann z.B. durch eine Prozessmatrix erfolgen, der die vorhandenen Verfahrensanweisungen zugeordnet werden. Die Verfahren müssen überwacht werden beispielsweise mit Kennzahlen.

Kundenorientierung (5.2, 7.2.1, 5.5.2)

  • Kundenbedürfnisse ermitteln und in interne Forderungen umsetzen.
    Ziel: "Kundenzufriedenheit"
  • Dabei sind zu berücksichtigen:
    • Kundenforderungen an Produkt, Verfügbarkeit, Lieferung und Unterstützung
    • übrige Forderungen, die für den Zweck des Produktes erforderlich sind
    • gesetzliche und andere Forderungen
  • Der "Beauftragte der obersten Leitung" muss das Bewusstsein über die Kundenforderungen in der Organisation fördern.

Qualitätspolitik und -ziele (5.3, 5.4.1)

  • Die Qualitätspolitik muss auf ihre fortdauernde Angemessenheit bewertet und die hierzu benötigten Dokumente gelenkt werden.
  • Es sind messbare Qualitätsziele festzulegen, die der ständigen Verbesserung dienen.

Qualitätsplanung (5.4.2)

  • Zur Erreichung der Qualitätsziele müssen die Prozesse die benötigten Mittel und die ständige Verbesserung des Qualitätsmanagementsystems ermittelt, geplant und dokumentiert werden.

Interne Kommunikation (5.5.3, 4.2.3)

  • Bezüglich der Prozesse ist die Kommunikation zwischen den verschiedenen Ebenen und Funktionsbereichen sicherzustellen. Der Output des Vorprozesses ist der Input des Nachfolgeprozesses.

Bewertung des QM-Systems (5.6)

  • Bei der Bewertung sollen berücksichtigt werden:
    • Auditergebnisse und Kundenrückmeldungen
    • Prozessleistung und Produktkonformität
    • Vorbeugungs- und Korrekturmaßnahmen
    • Maßnahmen aus vorangegangenen Bewertungen
    • Veränderungen, die sich auf das QM-System auswirken können

Management von Ressourcen (6.1, 6.2)

  • Die erforderlichen Mittel müssen zur Verwirklichung und Verbesserung der Prozesse sowie zur Erreichung der Kundenzufriedenheit bestimmt und bereitgestellt werden.
  • Die Wirksamkeit von Schulungsmaßnahmen ist zu prüfen.
  • Es ist sicherzustellen, dass sich die Mitarbeiter der Bedeutung ihrer Tätigkeit bewusst sind.

Kundenforderungen (7.2)

  • Hierzu gehören vom Kunden formulierte und nicht formulierte Forderungen an das Produkt sowie behördliche oder gesetzliche Forderungen und
  • Regelungen zur Kommunikation mit dem Kunden (Produktinformationen, Auftragsbearbeitung, Kundenbeschwerden).

Entwicklung (7.3)

  • Bei Entwicklungsänderungen sind auch die Auswirkungen auf gelieferte Produkte zu beurteilen.

Beschaffung (7.4)

  • Die Lieferantenbeurteilung muss nach festgelegten Kriterien erfolgen.

Messung, Analyse, Verbesserungen (8)

  • Messung und Überwachung von Prozessen
  • Messung der Kundenzufriedenheit
  • Datenanalyse
  • Ständige Verbesserung durch Audits, Datenanalysen, Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen und Managementbewertungen.

Aufbau eines neuen Qualitätsmanagementsystems

Nach Identifizierung und Darstellung der betrieblichen Prozesse, sollte ein Abgleich mit den einzelnen Normforderungen erfolgen. Wertvolle Hinweise über Umsetzungsmöglichkeiten liefert die ISO 9004:2009 "Leiten und Lenken für den nachhaltigen Erfolg einer Organisation".

Nutzung eines vorhandenen Qualitätsmanagementsystems zum Aufbau eines QM-Systems nach ISO 9001

Auch Organisationen mit bereits vorhandenem QM-System müssen ihre betrieblichen Prozesse identifizieren und darstellen. Dies kann z.B. in einem Ablaufdiagramm erfolgen. Danach sollten die vorhandenen Verfahrensanweisungen den Prozessen zugeordnet, fehlende ergänzt und die Prozessbewertung eingeführt werden. Nach Abgleich mit den einzelnen Normforderungen ist auch das QM-Handbuch zu ergänzen. Die Zuordnung der neuen Normforderungen zu der vorhandenen Dokumentation kann z.B. durch eine Matrix dargestellt werden. Eingeführte Formblätter, Arbeitsanweisungen und Prüfanweisungen etc. können zumeist weiter verwendet werden.

Ansprechpartner

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