Untersuchung zu Kohlenmonoxid-Konzentrationen beim Verdichten in Gräben

07.10.2016

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Bei der Arbeit mit handgeführten Verdichtungsgeräten auf Baustellen kann Kohlenmonoxid entweichen. (© fefufoto - Fotolia.com)

Kohlenmonoxid ist farblos, geschmacklos, geruchlos – und kann in erhöhten Konzentrationen tödlich sein. An Arbeitsplätzen, an denen Kohlenmonoxid frei wird, gilt ein verbindlicher Arbeitsplatzgrenzwert: Die Konzentration über eine Schicht von acht Stunden darf 35 mg/m³ nicht überschreiten. Daneben sind auch Konzentrationsspitzen zu begrenzen; so darf der Kurzzeitwert von 70 mg/m³, ermittelt über einen Zeitraum von 15 Minuten, ebenfalls nicht überschritten werden.

Eine Tätigkeit, bei der Kohlenmonoxid entweichen kann, ist die Arbeit mit handgeführten Verdichtungsgeräten auf Baustellen. Dazu gehören zum Beispiel Vibrationsplatten und Vibrationsstampfer. Je nach Einsatz- und Umgebungsbedingungen auf den Baustellen ist der Maschinenführer unterschiedlich hohen Belastungen gegenüber Kohlenmonoxid ausgesetzt. So treten beim Verdichten in Gräben höhere Belastungen auf als bei den ebenerdigen Arbeiten.

Dies belegt auch eine Untersuchung der BG BAU und verschiedener Hersteller von Verdichtungsgeräten auf Initiative der DGUV Test Prüf- und Zertifizierungsstelle Fachbereich Bauwesen. Es wurde dabei eine Methode erarbeitet, mit der die Expositionen des Maschinenführers gegenüber Motorabgasen bei Verdichtungsarbeiten unter simulierten, kontrollierten und reproduzierbaren Bedingungen überprüft werden können. Dazu wurden in einem simulierten Graben von 15 Metern Länge, 1,5 Meter Breite und 2 Meter Tiefe unter anderem die Kohlenmonoxid-Konzentrationen am Maschinenführer beim Verdichten mit 24 handgeführten benzinbetriebenen Verdichtungsgeräten verschiedenen Alters untersucht.

Das Ergebnis: Die Kohlenmonoxid-Konzentrationen bei Vibrationsplatten waren höher als bei den ebenerdigen Tests. Sie bewegten sich im Bereich des Arbeitsplatzgrenzwerts, jedoch unterhalb des Kurzzeitwertes. Bei den Vibrationsstampfern wurden die Arbeitsplatzgrenzwerte für Kohlenmonoxid dagegen bei allen Geräten überschritten, die vor 2013 gebaut wurden. Nur Stampfer mit Motoren der neuesten Generation konnten die Grenzwerte einhalten.

Die Ergebnisse der Untersuchung, die auch dieselbetriebene Verdichtungsgeräte prüfte, sind in die Förderliste der BG BAU für geeignete Maschinen eingeflossen.

Dieser Text wurde der Ausgabe 05/2015 der Zeitschrift Arbeit und Gesundheit entnommen.
www.dguv-aug.de

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