Rentenversicherung

Grundlage der Leistungen zur Prävention durch die gesetzliche Rentenversicherung ergeben sich aus § 14 Abs. 1 SGB VI: "Die Träger der Rentenversicherung erbringen medizinische Leistungen zur Sicherung der Erwerbsfähigkeit an Versicherte, die erste gesundheitliche Beeinträchtigungen aufweisen, die die ausgeübte Beschäftigung gefährden. Die Leistungen können zeitlich begrenzt werden.“

Mit dem Flexirentengesetz Ende 2016 haben die Präventionsleistungen der gesetzlichen Rentenversicherung durch den Wegfall einer Ausgabenbegrenzung noch einmal Verstärkung erfahren. Die bis dahin erprobten verschiedenen Ansätze und Modellprojekte im Rahmen der betrieblichen Prävention werden nun in einen Regelleistungskatalog überführt. In erster Linie richten sich die Maßnahmen an versicherte Beschäftigte, bei denen noch keine konkrete Gefahr der Erwerbsunfähigkeit vorhanden ist, aber bei denen Anzeichen vorhanden sind, dass sich ein Rehabilitationsbedarf entwickeln könnte. Die oft kombinierten stationär-ambulanten Maßnahmen zielen dabei auf eine Stärkung der Gesundheitskompetenzen in Eigenverantwortung der Versicherten. Da auch der Betrieb einen Beitrag für die Maßnahmen der Beschäftigten tragen muss (der Beschäftigte wird wie bei der Rehabilitation für den stationären Anteil der Maßnahme als arbeitsunfähig eingestuft) werden zwischen dem Rentenversicherungsträger und dem Betrieb Kooperationsvereinbarungen getroffen. Zum Teil sind auch die Krankenkassen an einer Kooperation beteiligt. Die Maßnahmendauer ist auf mindestens 2-3 Monate angesetzt, um eine Veränderung zu einem mehr gesundheitsfördernden Lebensstil bei den Versicherten zu bewirken.

Die Deutsche Rentenversicherung arbeitet auf der Basis eines Rahmenkonzeptes (PDF, 775 kB) zur Umsetzung der medizinischen Leistungen zur Prävention und Gesundheitsförderung, in dem neben den Präventionszielen persönliche Voraussetzungen sowie Inhalt, Ablauf und Form der Präventionsleistungen beschrieben sind. Außerdem enthält es Ausführungen zu den Punkten Qualitätssicherung, Strukturen und Vernetzung mit anderen Versorgungsstrukturen. Es ist zu erwarten, dass dieser aufgrund des Flexirentengesetzes eine Anpassung erfahren wird.

Auf Grundlage des Rahmenkonzeptes steht außerdem ein Leitfaden für Leistungserbringer, Leistungsträger und beteiligte Berufsgruppen (PDF, 3,5 MB) zur Verfügung, der über Inhalte, Ziele und Verfahrensabläufe von Präventionsleistungen der Rentenversicherungsträger informiert.

Neben diesen Versichertenleistungen baut die Deutsche Rentenversicherung Bund derzeit ein flächendeckendes Netz an regionalen Firmenberatungsstellen auf, die insbesondere kleine und mittlere Betriebe künftig bei Fragen zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit beraten sollen. Dieser Firmenservice der DRV unterstützt bei Anfragen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM), zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) und versteht sich als Lotse im gegliederten Sozialsystem. Und auch auf die Beratungsangebote von anderen Leistungsträgern soll hingewiesen werden.