Das Präventionsprojekt TAQP

Sicherstellung der Beschäftigungsfähigkeit durch Technologieinnovation, Arbeitsorganisation, Qualifizierung und Prävention

TAQP

Bild: TAQP im arbeitswissenschaftlichen Kontext

Hintergrund von TAQP

Die Gesundheit der Mitarbeiter ist ein wichtiger Faktor für nachhaltige Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit jedes Unternehmens. Aufgrund des demografischen Wandels verbleiben Mitarbeiter zukünftig länger im Arbeitsprozess als heute. Daher sind besondere Anstrengungen zum langfristigen Erhalt der Gesundheit aller Mitarbeiter notwendig. Ein Weg hierzu ist die ganzheitliche präventive Arbeitsgestaltung. Das Projekt TAQP, das gemeinsam von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung und der Fraport AG durchgeführt worden ist, hat diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgt.

Methode von TAQP

Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Mensch, Organisation und Technik. Präventive Arbeitsgestaltung  muss daher in allen drei Dimensionen stattfinden:

  • TECHNIK durch innovative Technologien (T)
  • ORGANISATION durch Prozessgestaltung und geeignete Arbeitsorganisation (A)
  • MENSCH durch multimediale Qualifizierung (Q)

Die Prävention (P) bildet dabei die integrative Klammer.

Gestaltungsfeld Verkehrsflughafen Frankfurt am Main

Der Verkehrsflughafen Frankfurt am Main gehört zu den größten Flughäfen weltweit. Er wird betrieben von der Fraport AG, die als wirtschaftlich orientiertes Unternehmen einem stetigen Zwang zur Steigerung der Effizienz und Produktivität bei sich verschärfenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen unterliegt.

Die Bereiche Bodenverkehrsdienste (Lade- und Gepäckservice) sowie Luftsicherheitskontrolle der Fraport AG, deren Beschäftigte besonders ausgeprägten Belastungssituationen ausgesetzt sind, bildeten die zwei betrieblichen Gestaltungsfelder des Projekts. Das dritte Gestaltungsfeld wurde durch ein umfassendes Handlungskonzept für die Integration von Prävention und Innovation gebildet.

Das Projekt TAQP hat in diesen Gestaltungsfeldern ausgewählte Teilaspekte der drei Dimensionen Mensch, Organisation und Technik betrachtet: In der Dimension Technik wurden innovative Technologien  für die Gepäckverladung, in der Dimension Organisation werden Teilaspekte der Arbeitsorganisation  für die Gepäckverladung und Luftsicherheitskontrolle und in der Dimension Mensch werden ausgewählte Qualifizierungsaspekte betrachtet. Die umfassende Prävention wurde durch die Entwicklung eines Handlungskonzeptes zur Integration von Belangen der Sicherheit und Gesundheit in die betrieblichen Veränderungsprozesse adressiert (siehe Abbildung).

Forschungsfragen von TAQP

Das Projekt ging aus Sicht der Prävention folgenden Forschungsfragen nach:  

  • Wie kann die Prävention systematisch in die Gestaltung eines Arbeitssystems eingebunden werden ?
  • Welchen Beitrag kann die Prävention bei der Gestaltung selbst  leisten ?

Ziele von TAQP

Die Ziele des Projekts in den drei Handlungsfeldern waren:

  • im Bereich des Lade- und Gepäckservice
    • eine gesundheitsgerechte Technikgestaltung
    • eine alternsgerechte Arbeitsorganisation
  • an der Luftsicherheitskontrollstelle
    • die Optimierung von Arbeitsabläufen an der Mensch-Mensch-Schnittstelle
    • die Optimierung der Arbeitsumgebung
  • als umfassendes betriebliches Handlungskonzept
    • ein allgemeines Konzept zur Integration der Prävention in nachhaltige Innovations- und Managementprozesse sowie
    • Schulungsprogramme für Führungskräfte der operativen Ebene als Wissensträger der Prävention

Förderung von TAQP

Das Projekt TAQP wurde vom 01. April 2007 bis 31. April 2011 im Förderprogramm Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt, Förderschwerpunkt Präventiver Arbeits- und Gesundheitsschutz und dort im Themenfeld Gesundheitsförderung im demografischen Wandel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF, gefördert und vom Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union kofinanziert. Projektträger war das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR. 

Ansprechpartner

Dr. Markus Kohn
Abteilung Sicherheit und Gesundheit (SiGe)
Telefon: 02241 231-1329