Laufende Projekte

Rückengerechtes Arbeiten in Pflege und Betreuung (RAPB) – Überarbeitung des vorhandenen Medienangebotes im Themenbereich

Mit der Erarbeitung und dem Inkrafttreten der DGUV Information 207-022 "Bewegen von Menschen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege" existiert nun ein einheitlicher Standpunkt der Unfallversicherungsträger (UVT). Diese Schrift gibt Arbeitgebern eine wichtige Orientierung, wie die Anforderungen der Lastenhandhabungsverordnung in Verbindung mit dem Arbeitsschutzgesetz für den speziellen Tätigkeitsbereich "Bewegen von Menschen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege" erfüllt werden können. Im Zuge des Projektes sollen nun die vorhandenen Medien zum Thema "Rückengerechtes Bewegen von Menschen" aktualisiert werden.

Fertigstellung: Voraussichtlich im Jahr 2016

Desinfektionsarbeiten im Gesundheitsdienst

Mit der Erarbeitung und dem Inkrafttreten der Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) 525 "Gefahrstoffe in Einrichtungen der humanmedizinischen Versorgung" in den Jahren 1996-1998 war seitens der UV-Träger eine BG-Regel BG-R 206 "Desinfektionsarbeiten im Gesundheitsdienst" erarbeitet worden, die die Vorgaben der TRGS 525 zum Themenkreis "Desinfektionsarbeiten" ausführlich darlegte und viele Hilfestellungen zur Gefährdungsbeurteilung gab. Im Jahr 2014 ist die TRGS 525 aktualisiert worden. Damit ist die seit 1998 inhaltlich unveränderte BG-R 206 veraltet und muss den Veränderungen des technischen Regelwerkes angepasst werden. Anstelle dieser BG-Regel soll künftig eine alternative Informationsschrift treten, die den Themenkreis "Desinfektionsarbeiten im Gesundheitsdienst" aktuell beschreibt und aktuelle Hilfestellungen für die praktische Umsetzung von Präventionsmaßnahmen auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung darlegt.

Fertigstellung: Voraussichtlich im Jahr 2016

Neu- und Umbauplanung im Krankenhaus unter Gesichtspunkten des Arbeitsschutzes – Anforderungen an die Pflegebereiche

Mit den Informationen "Neu- und Umbauplanung im Krankenhaus unter Gesichtspunkten des Arbeitsschutzes" (DGUV Information 207-016; bisher BGI/GUV-I 8681) und "Neu- und Umbauplanung im Krankenhaus unter Gesichtspunkten des Arbeitsschutzes - Anforderungen an die Funktionsbereiche" (DGUV Information 207-017; bisher BGI/GUV-I 8681-1) hat die DGUV Broschüren veröffentlicht, die bei den Praktikern vor Ort auf großen Zuspruch gestoßen sind.

Die Informationen geben Fachkräften für Arbeitssicherheit, technischen Leitern und Bauplanern konkrete Hilfestellungen, wie die bestehenden Vorschriften, Normen und Regeln in die Praxis umgesetzt werden können, um den Arbeits- und Gesundheitsschutz angemessen in der Bauplanung zu berücksichtigen und so aufwendige und teure Nachbesserungen zu vermeiden.

Die bereits vorliegenden Broschüren decken den Bedarf der Praktiker hinsichtlich der Außenbauten und Gemeinschaftsflächen, sowie der unterschiedlichen Funktionsbereiche im Krankenhaus hinreichend ab. Die Anforderungen an die unterschiedlichen Pflegebereiche im Krankenhaus sind allerdings so vielfältig, dass weitere Hilfestellungen erforderlich sind.

Für folgende Pflegebereiche bestehen über die in den vorliegenden Broschüren GUV-I /BGI 8681/ bzw. 8681-1 zusammengefassten Informationen weitere wesentliche Anforderungen, die in einem ergänzenden Modul veröffentlicht werden sollen:

Aktualisierung der Schrift "Arbeiten mit therapeutischen Druckkammern" DGUV Information 207-001

Die derzeit bestehende Schrift stammt aus dem Jahr 2005 und bedarf dringend einer Aktualisierung. Die Anzahl der aktiven therapeutischen Druckkammern ist zwar in den letzten 15 Jahren von etwa 100 auf 30 zurückgegangen, es gibt jedoch einige medizinische Indikationen (bspw. Barotraumen, CO-Vergiftungen, Problemwunden), bei welchen die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) klare Vorteile bietet. Andererseits ist die hyperbare Sauerstofftherapie ein Fachgebiet, das auf Grund der komplexen Technik und der veränderten physikalischen-chemischen Bedingungen (bspw. erhöhter Sauerstoffpartial-druck) in der Druckkammer besondere Gefährdungssituationen mit sich bringt, die nicht offensichtlich sind.

Fachlich begründet sich die geplante Erhaltung der Schrift auf folgende Aspekte:

Gewaltprävention im Gesundheitsdienst

Studien aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes und der Wohlfahrtspflege zeigte, dass im Durchschnitt 56% der befragten Versicherten körperliche und 78% verbale Gewalt erlebten. Die Prävention/Rehabilitation dieser Arbeitsunfälle aufgrund Gewalt/Aggression ist Aufgabe der Unfallversicherungsträger (UVT). Sie müssen eine abgestimmte einheitliche Handlungsanleitung zur Prävention in Einrichtungen des Gesundheitsdienstes und der Wohlfahrtspflege aus folgenden Gründen entwickeln:

  • Die zunehmende Relevanz der Gefährdung von Beschäftigten durch verbale und körperliche Aggression/Gewalt erfordert eine verstärkte Unterstützung der Präventionsarbeit durch eindeutige und einheitliche Handlungsempfehlungen.
  • Die Besonderheit, dass Gewalt von einem Klientel ausgehen kann, mit dem die Betroffenen weiterhin in einer pflegerisch-therapeutischen Beziehung stehen, muss sich in den Präventionsmaßnahmen und den Verhaltensempfehlungen für die Beschäftigten niederschlagen.

Die Handlungsanleitung soll

  • die Gefährdungsbeurteilung von der Ermittlung bis zur Wirkungskontrolle,
  • die Erfassung und Nachsorge von Übergriffen
  • sowie die allgemeine Rechtslage

erläutern.

Erstellung einer DGUV-Informationsschrift für Unternehmen des Gesundheitsdienstes und der Wohlfahrtspflege. Die Mitgliedsbetriebe verfügen über klare Handlungshilfen zum Thema "Umgang mit Gewalt und Aggression am Arbeitsplatz", zusätzlich wird ihnen damit die Erstellung der Gefährdungsbeurteilung und die Umsetzung adäquater Präventionsmaßnahmen erleichtert.

Projektskizze Pflegende Angehörige

Die Pflege und Betreuung von hilfebedürftigen Menschen stellt hohe Anforderungen an häuslich Pflegende. Viele Menschen kommen plötzlich und ohne jegliche Vorbereitung in die Situation, einen Angehörigen zu pflegen. Bevor man sich versieht, steht man voll und ganz in der Pflegeverantwortung. Dies kann zu starken körperlichen und psychischen Belastungen der pflegenden Angehörigen führen. Deshalb ist es wichtig, den Belastungen bei der Pflege und Betreuung eines Menschen entgegenzuwirken. Dazu brauchen pflegende Angehörige eine gute Organisation, Informationen sowie eine umfassende Beratung.

Die Broschüre "Prävention von Erkrankungen - Informationen für pflegende Angehörige" wurde für die Kampagne "Denk an mich-Dein Rücken" entworfen und ist ein Schritt in Richtung Information für den Bereich "Pflegende Angehörige".

Es gibt bisher keine einheitliche Broschüre für die Unfallversicherungsträger zu diesem Thema, deshalb sollte diese Informationsschrift überarbeitet und anschließend als grundständige Standardbroschüre für alle UVT als DGUV Information zur Verfügung gestellt werden. Es besteht jedoch noch Aktualisierungs- und Anpassungsbedarf. So werden in der Überarbeitung alle Kernthemen der UVT betrachtet und um wichtige Informationen zum Gesundheitsschutz ergänzt werden.

Als Endergebnis entsteht eine Broschüre, die eine Übersicht über die wichtigsten Themen zur Organisation der häuslichen Pflege als auch zum Gesundheitsschutz der Pflegeperson beinhaltet. Darüber hinaus wird die Broschüre die Möglichkeit zur Individualisierung für jeden einzelnen UV-Träger für Hinweise auf regionale Pflegeberatungsstellen etc. bieten.

Auswirkungen des Projektes:

Durch die Umsetzung dieses Projektes wird allen interessierten UVT eine Broschüre mit grundsätzlichen Präventionsthemen für die Versichertengruppe "pflegende Angehörige" zur Verfügung stehen.

Fertigstellung: Voraussichtlicht in 2018