Wandel der Arbeitswelt birgt Chancen und Risiken

Kommentar zum Grünbuch "Arbeiten 4.0" des Bundesarbeitsministeriums veröffentlicht

02.12.2015

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Im Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) werden geeignete neue Technologien für Schutzmaßnahmen an kollaborierenden Robotern erprobt und bewertet. (© Dominik Buschardt / DGUV)

Der Wandel der Arbeitswelt birgt aus Sicht der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen Chancen und Risiken für Arbeitsschutz und soziale Sicherheit. Das geht aus einem Kommentar zum Grünbuch "Arbeiten 4.0" des Bundesministeriums für Arbeit hervor, den ihr Verband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, heute veröffentlicht hat. Danach haben neue Technologien, Werkstoffe und Produktionsverfahren das Potenzial, die Arbeitswelt sicherer und gesünder zu gestalten. Gleichzeitig entstünden aber auch neue Risiken, zum Beispiel Unfälle bei der Zusammenarbeit von Mensch und Roboter, Stress durch ein Zuviel an Informationen oder durch atypische Beschäftigung. Der Schlüssel zur Lösung dieser Probleme liege in Forschung, verstärkter Qualifizierung sowie in der Entwicklung einer Kultur der Prävention, heißt es in dem Kommentar.

Als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung versichern Berufsgenossenschaften und Unfallkassen ihre Versicherten nicht nur gegen die Folgen von Arbeits-, Schul- und Wegeunfällen sowie Berufskrankheiten. Sie beraten und beaufsichtigen die Unternehmen auch in Fragen der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. In ihrer Präventionsarbeit setzen sie sich daher auch mit der zukünftigen Entwicklung der Arbeitswelt auseinander. Folgende zentrale Handlungsfelder zeichnen sich nach ihrer Fachmeinung derzeit ab:

1. Digitaler Wandel: Der technische Fortschritt bietet großes Potenzial, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu verbessern und so arbeitsbedingte Unfälle und Erkrankungen zu verringern. Gleichzeitig ergeben sich neue Gefährdungen, beispielsweise bislang unbekannte Gefahrstoffe, Sicherheitsrisiken bei der Zusammenarbeit von Mensch und Roboter oder Stress infolge ständiger Erreichbarkeit und Informationsflut.

2. Neue Beschäftigungsformen: Beschäftigungsformen wie Crowd- und Clickworking oder Telearbeit werfen die Frage auf, wie soziale Sicherheit und Arbeitsschutz organisiert werden können, wenn es keinen Arbeitgeber oder keinen festen Arbeitsplatz gibt. Eigenverantwortliches und gesundheitsbewusstes Handeln gewinnt vor diesem Hintergrund an Bedeutung.

3. Vielfalt: Technische und medizinische Neuerungen bieten die Chance, Arbeit und Prävention so zu gestalten, dass Gesundheitsgefahren und Erkrankungen vermieden oder alters- und behinderungsbedingte Einschränkungen ausgeglichen werden. Das begünstigt die langfristige Beschäftigungsfähigkeit von Älteren und Menschen mit Behinderungen im Arbeitsmarkt. Gleichzeitig führen gesellschaftliche Veränderungen, Fachkräftemangel und Zuwanderung zu wachsenden Beschäftigungszahlen von Frauen und Personen mit Migrationshintergrund.

Aus Sicht der gesetzlichen Unfallversicherung erfordern diese Entwicklungen neben intensiver Präventionsforschung insbesondere verstärkte Anstrengungen zur Qualifizierung, aber auch die gesamtgesellschaftliche Entwicklung einer Kultur der Prävention, die Sicherheit und Gesundheit zu einem selbstverständlichen Teil des Handelns der Menschen macht.

Den Kommentar zum Grünbuch "Arbeiten 4.0" sowie weiterführende Informationen zu laufenden Forschungsaktivitäten der gesetzlichen Unfallversicherung gibt es unter www.dguv.de/de/mediencenter/hintergrund/arbeit_4.0/index.jsp.

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